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Ein Sieg für Lewandowski: Und was für einer!

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Bobby Wood verwandelt den Elfer.

Foto:

City-Press GbR

Berlin -

Es gibt Dinge, die sind tausend Mal wichtiger als Fußball. Ganz oben auf dieser Liste steht die Gesundheit.

Deshalb war das große Thema bei Unions 4:0 (3:0)-Sieg über den FSV Frankfurt in der Alten Försterei Sascha Lewandowski und seine Burnout-Erkrankung. Und damit untrennbar verbunden waren auch die 90 Minuten auf dem Feld bedeutend. Weil sich die Eisernen die ganze Last der schlechten Nachrichten von der Seele ballerten.

Schon vor dem Anpfiff wurde es emotional, als Stadionsprecher Christian Arbeit das Mikro ergriff. Natürlich musste die Schock-Nachricht vom Vortag, das Erschöpfungssyndrom und die daraus resultierende Vertragsauflösung von Lewandowski angesprochen werden. Und mal wieder, wie vor knapp einem Jahr, als Benny Köhlers Krebsdiagnose für Betroffenheit sorgte, fand Arbeit die richtigen Worte.

„Manchmal fragt man sich schon, was man als Unioner alles so mitmacht. Auch wenn man noch nicht lange dabei ist“, fing er an. Die 18 173 Fans lauschten ihm, sie alle hörten zu. „Wir wünschen dir alles Gute, alle Kraft und alle Zeit der Welt. Komm irgendwann wieder zurück in den Fußball. Alles, alles Gute, Sascha Lewandowski!“ Beifall von den Rängen, unterstrichen mit einem donnernden „Eisern Union!“

Sie alle auf den Tribünen rückten in diesem Moment noch ein kleines Stückchen enger zusammen. Sie alle sangen im Anschluss die Hymne von Nina Hagen noch ein klein wenig lauter.

Es sind diese Momente, die Union zu etwas ganz Besonderem machen, der Zusammenhalt in fiesen Situationen, nach schrecklichen Nachrichten.

Wie sehr die Lewandowski-Meldung die Union-Kicker schockierte, verrät Benny Kessel. „Er hat mir eine SMS geschrieben, alles erklärt und der Mannschaft alles Gute gewünscht. Das habe ich den Jungs weitergegeben. Dann war es still in der Kabine und jeder hat erstmal nachgedacht“, erzählt der Kapitän und meint: „Der Sieg war heute für Sascha Lewandowski.“

Aber auch für die Union-Seele. Gleich vier Befreiungsknaller gelangen den Rot-Weißen. Erst köpfte Damir Kreilach einen Felix-Kroos-Freistoß zum 1:0 ein (24.), dann ballerte Bobby Wood mit seinem Doppelpack (29., Foulelfmeter und 34., Abstauber) die Pausenführung heraus.

In der Nachspielzeit der zweiten Hälfte setzte Christopher Trimmel dem Sieg für den erkrankten Ex-Coach die Krone auf (90.+2). Der Jubel und die Erleichterung waren riesig.

Das Thema des Tages blieb aber Sascha. Doppelpacker Wood: „Es ist sehr schade, dass er weg ist. Er hat so viel Ahnung vom Fußball. Wir konnten jeden Tag etwas von ihm lernen. Wir wünschen ihm alles Gute.“




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