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Fan-Platzsperren ausgehebelt: DFB denkt an Reform der Randale-Strafen

Obwohl ausgeschlossen, kamen letzten Freitag fast 1.000 Dresdner Anhänger ins Eintracht-Stadion.

Obwohl ausgeschlossen, kamen letzten Freitag fast 1.000 Dresdner Anhänger ins Eintracht-Stadion.

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dpa

Berlin -

Die Randale-Strafen des DFB wirken nicht mehr. Erst kamen letzte Woche 1.000 Dresdner trotz Aussperrung in das Frankfurter Stadion. Nun haben sich rund 500 Fans der Eintracht Karten fürs Spiel am Montag bei Union (20.15 Uhr) besorgt, obwohl der DFB genau das verboten hat. Diese Fälle sorgen beim Verband für ein Nachdenken.

In der DFB-Zentrale wurde genau registriert, dass die Strafen nicht mehr so wirken wie in der Vergangenheit. Drei Gründe nennt der Verband dafür:

  • Die Vernetzung der Fans. Über das Internet können die Anhänger schnell miteinander kommunizieren und schon vor der Verkündung der Strafen Gegenmaßnahmen ergreifen. So hatten die Frankfurter schon vor der Strafe Kontakt mit Union-Fans aufgenommen, um sich Karten zu besorgen.
  • Durch Aussperrung der Gäste-Fans wird eher der Heimverein bestraft. So muss jetzt Union verstärkt Vorkehrungen für die Sicherheit der eigenen Fans treffen, für den Fall, dass sich Eintracht-Fans massiv unter die Heimanhänger mischen.
  • Alle Fans werden bestraft. Der DFB hat festgestellt, dass Kollektivstrafen gegen alle Anhänger eines Klubs als ungerecht empfunden werden und zu einer Solidarisierung gegen den Verband führen.

All diese Punkte sind der Grund dafür, dass der Deutsche Fußballbund an eine Reform der Strafen denkt. Das Ziel: Es sollen möglichst die Straftäter bestraft werden und nicht die fußballbegeisterten Fans. SF