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Baris Özbek: Ist dieses Tribünenbild sein letzter Auftritt bei Union Berlin?

Das letzte Erfolgserlebnis mit den Profis hatte Baris Özbek am 6. Spieltag gegen Leipzig. Dienstag saß er beim Spiel der U23 gegen Magdeburg erkältet auf der Tribüne in der Alten Försterei.

Das letzte Erfolgserlebnis mit den Profis hatte Baris Özbek am 6. Spieltag gegen Leipzig. Dienstag saß er beim Spiel der U23 gegen Magdeburg erkältet auf der Tribüne in der Alten Försterei.

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imago/Matthias Koch

Berlin -

War es das? Das Spiel der U23 der Eisernen gegen Magdeburg (2:3) könnte der letzte Auftritt von Adam Nemec und Baris Özbek beim 1. FC Union gewesen sein. Letzterer hatte sich vorher krankgemeldet, war nicht auf dem Rasen präsent, sondern saß bei minus 1 Grad dick eingemummelt auf der Tribüne.

Wobei: Frostig ist Özbek bei Union ja gewohnt. Das Verhältnis zum Klub ist eisig, seit er und Nemec (spekuliert mit einem Wechsel ins Ausland) zur Reserve abgeschoben wurden.

Özbek ist gekränkt und innerlich verletzt. Aus seinem Umfeld ist zu vernehmen, dass er sich als Sündenbock missbraucht fühlt. Nach der Pleite auf St. Pauli habe man nicht darauf reagiert, was die Mannschaft gemacht habe. Habe nicht die Gesamtleistung hinterfragt, sondern nur die Gelegenheit genutzt, von generellen Fehlern abzulenken.

Zwei Mal binnen sechs Monaten suspendiert worden zu sein, da bleibt nach außen was haften. Das erschwert jedem die Vereinssuche. „Union muss meinen Ruf wiederherstellen. Man hätte die Situation auch anders lösen können“, fordert der 28-Jährige.
Zudem pokert er um eine höhere Abfindung, weil er noch eineinhalb Jahre Vertrag hat. „Es kann sein, dass ich jetzt ein halbes Jahr arbeitslos werde“, sagt er. Und „droht“, den Vertrag zu erfüllen, wenn Union ihm nicht finanziell entgegenkommt.

Ist natürlich ein Teil des Tauziehens im Abfindungsgeschacher, bei dem er auf hart macht. Intern hat sich Özbek allerdings bereits vom Funktionsteam verabschiedet. Mit anderen Worten: Er rechnet nicht damit, noch mal an der Wuhle seine Töppen zu schnüren.

Und eigentlich wäre es das auch zumindest für dieses Jahr für Özbek und Nemec schon beim FCU gewesen. Beide hätten jetzt Urlaub. Schließlich darf die Regionalliga-Mannschaft in die Winterpause abtreten. Doch Union lässt das Duo in einer Trainingsgruppe 2 weiter ackern. Bis zum 19. Dezember! Weil die Profis ja auch noch im Spielbetrieb sind ...

Logisch, dass diese Sonderbehandlung den beiden nicht wirklich schmeckt. Und das Binnenklima nicht gerade verbessert. Selbst wenn die Eisernen die zunächst ausgesprochene Geldstrafe zurückgenommen haben, weil sie arbeitsrechtlich nicht haltbar war.