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50 Jahre Union: Dezember 2006: Die Eisernen machen auch großes Theater

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Chris Lopatta, Frank Auerbach, Alexander Hörbe und Dirk Schoedon bringen in Jörg Steibergs Stück die Unionwelt zum Lachen. 

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imago/Matthias Koch

Fußball und Kultur. Zwei Welten, die einander ausschließen, möchte mancher meinen. Kulturbanause, rufen wir ihm entgegen. Von wegen. An Nick Hornbys „Ballfieber. Geschichte eines Fans“ sei hier erinnert. Oder an Sonnenallee-Schreiber Thomas Brussig, der mit „Leben bis Männer“ das Runde statt ins Eckige auf die Bretter, die die Welt bedeuten, verpflanzte. Natürlich darf da auch Union nicht fehlen: 2006, im Jahr des 40. Bestehens des Klubs, erblickte „Und niemals vergessen – Eisern Union. Das Stück zum Spiel“ das Licht der Welt. Das stark autobiographische Werk von Jörg Steinberg war eine Homage an den Fußball, eine Liebeserklärung an den FCU, eine Aufarbeitung des eigenen Fan-Schicksals von den Jahren im Osten durch die Wendewirren bis heute. Mit einer tollen Besetzung. Karin Düwel, Natascha Paulick, Frank Auerbach, Alexander Hörbe, Chris Lopatta und Dirk Schoedon brachten das Stück mit so viel Liebe und Hingabe an den Mann, dass das Publikum - ob Ost, ob West - gleichermaßen hingerissen war. So ließ es sich beispielsweise das komplette Grips-Theater sich nicht nehmen, dorthin einen gemeinsamen Betriebsausflug zu machen.

Bis heute gehören die alljährlichen Aufführungen Anfang Dezember für viele Eiserne so feste zur Adventszeit wie Glühwein, das Weihnachtssingen an der Alten Försterei und der heilige Abend selber. 2015 könnte es übrigens für eine Weile das letzte Mal gewesen sein. Denn zum 50. Geburtstag der Köpenicker will Steinberg ein neues Stück auf die Bühne bringen. Es geht um den Fußball in der Zukunft. Und darum wie ein kleiner, unbeugsamer rot-weißer Verein sich darin gegen die Konzernklubs wie beispielsweise RB, SAP, VW und mehr behauptet.