Sängerin Bernice Ehrlich tritt eigentlich auf verschiedenen Veranstaltungen auf – seit Tagen geht ihre Corona-Hymne durchs Netz. Foto: René Hey

Wenn es eine Hymne zur Corona-Krise gibt, ist dieser Song ein ganz, ganz heißer Kandidat: Die Sängerin Bernice Ehrlich stellte vor wenigen Tagen ein Video ins Netz, in dem sie das Lied „Hallelujah“ singt, umgedichtet auf die aktuelle Situation in Deutschland. Millionen Menschen sahen das Filmchen – und Ehrlich wurde über Nacht zum Star. Der KURIER sprach mit der Kölner Sängerin. 

Anderthalb Millionen Menschen sahen das Video allein auf Youtube

Was in den vergangenen Tagen passierte, nachdem sie das Video ins Netz stellte, kann Bernice Ehrlich noch immer nicht richtig begreifen. „Das lässt sich auch schwer nachvollziehen“, sagt sie dem KURIER. „Anderthalb Millionen Menschen sahen das Video allein auf Youtube.“

Der Grund: Ihre Version von „Hallelujah“ mit Corona-Text rührt zu Tränen. Ehrlich dichtete den Song von Leonard Cohen um, verpackte darin ihre Botschaften zur Krise. „Hört kurz, es ist nun Zeit / dass jeder von uns zu Hause bleibt / auch wenn wir uns so sehr nach Nähe sehnen“, lauten etwa die ersten Zeilen des Songs. „Coronavirus ist kein Fake / der uns zum Spaß zu Hause hält / es ist ernst, es geht um uns und unser Leben.“

Millionen Menschen hörten sich die umgedichtete Version des Liedes "Hallelujah" an.

Video: Youtube

Auf die Idee sei sie beim Zähneputzen am Morgen gekommen, erzählt sie. „Ich veröffentliche jeden Donnerstag ein Video mit einem Coversong – und in der vergangenen Woche fielen mir plötzlich erste Textzeilen zum Thema Corona ein“, sagt sie. „Für mich war es wichtig, festzuhalten, dass wir derzeit durch schwere Zeiten gehen – aber je besser wir zusammenhalten, desto schneller überwinden wir die Krise.“

Mit dem Lied verdient Bernice Ehrlich keinen Cent

Für die Reaktionen, die sie auf das Lied bekam, sei sie unglaublich dankbar. „Mich erreichen zu 90 Prozent liebe Nachrichten und Kommentare von Menschen, die berührt sind, die beim Anhören des Songs geweint haben. In einigen Städten wird das Lied sogar gespielt, wenn die Leute abends von den Balkons klatschen“, sagt sie. „Aber natürlich gibt es auch Menschen, die sich beschweren. Die Corona für nicht so schlimm halten oder mir vorwerfen, dass ich mich daran bereichere. Ich verdiene mit dem Lied aber keinen Cent!“

Im Gegenteil: Ehrlich selbst trifft die Krise genauso hart wie viele andere freischaffende Künstler. „Meine Auftritte für diesen und die kommenden Monate wurden komplett abgesagt. Ich höre das gleiche auch von vielen Kollegen. Hier geht es um Existenzen, denn die Einnahmen fallen weg, die Ausgaben laufen aber natürlich weiter. Für einen oder zwei Monate bekommt man das überbrückt, aber dann wird es eng.“ Zumindest eines hat Ehrlich mit ihrem Corona-Song aber geschafft: Die Sängerin hat jetzt Millionen Fans in ganz Deutschland.