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Mittwoch, 4. Juli 2012

Mauer-Radweg: Wo die Freiheit grenzenlos ist


Mauer-Radweg: Wo die Freiheit grenzenlos ist

Wo früher Grenzer die Waffe im Anschlag hatten, ist es heute friedlich und idyllisch – auf dem 160 Kilometer langen Berliner Mauer-Radweg rund um und mitten durch Berlin. Teile unserer heutigen 16,5 Kilometer langen Radelstrecke führen auf diesem geschichtsträchtigen Weg entlang.

Unsere Tour startet am S-Bahnhof Hennigsdorf. Wir fahren Richtung Zentrum. Der Radweg ist hier gut ausgeschildert, führt aber neben der stark befahrenen „Hauptstraße“ entlang, die später zur Neuendorfstraße wird. Kurze Holperstrecken schütteln uns durch.

So müssen Sie fahren

Vom S-Bahnhof Hennigsdorf Richtung Zentrum, am Rathaus vorbei über die Hauptstraße, ab da ist der Radweg ausgeschildert. Nach dem Übersetzen mit der Fähre von Hakenfelde nach Tegelort sind wir geradeaus in die Jörsstraße (Richtung Lübars) gefahren und dem Radweg am Tegeler See gefolgt. Am Ende des Schwarzen Wegs rechts abbiegen, Heiligenseestraße, rechts, Karolinenstraße, Berliner Straße, Gorkistraße, rechts in die Buddestraße, S-Bahnhof Tegel.

Die grobe Richtung Spandau immer im Auge, fahren wir über die braune Brücke und biegen dann links zur Uferpromenade an der Havel ab. Hier kämpfen sich Elisabeth (70) und Klaus (73) den einzigen Berg auf der Tour hoch. Die zwei schwärmen: „Wir sind von Rostock hierher geradelt. Jetzt geht’s zurück. Diese Fünf-Tages-Tour war wunderschön.“ Uns weht auf dem super ausgebauten Radweg eine leichte (Havel-)Brise um die Nase, und es ist ganz still. Auf der Landzunge Nieder Neuendorf haben Monika Tansina und Simone Schulz von der Stadtverwaltung Hennigsdorf die Pausenbrote ausgepackt. „In Nieder Neuendorf müssen Sie unbedingt in die Dorfkirche. Sie wurde im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen gebaut und ist die älteste Kirche im Stadtgebiet. Auch der kleine Hafen ist sehr schön.“ Natürlich fahren wir den Umweg zum Zentrum Nieder Neuendorf, stoppen kurz im Hafen und rütteln dann an der alten Kirchen-Tür – verschlossen. Gerne hätten wir das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Altarkreuz gesehen.

Und ab geht’s zurück zum Mauerweg immer an der Uferpromenade entlang. Dort treffen wir auf Harald (54) und Axel (44). „Wir bewachen den Mauer-Wachturm“, scherzen die zwei. Der neun Meter hohe, originale Grenzturm samt seinem Mini-Grenz-Museum ist täglich (außer montags) von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.

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Wer jetzt Hunger bekommen hat, könnte im Bayerischen Restaurant „Jagdhaus“ (Niederneuendorfer Allee 80, 13587 Berlin) Pause machen: „Fia Kloane“ gibt’s Kartoffelkloß mit Soße für 2,80 Euro, für Große Bauernsülze mit Bratkartoffeln (8,80 Euro). „Schmeckt echt jut hier“, sagen Peter (67) und Karl-Heinz (67), die von Falkensee über Staaken hierher geradelt sind.

Aber was hat es mit der „Badestelle Bürgerablage“ auf sich, gegenüber vom „Jagdhaus“? Später erfahren wir, dass hier um 1828 massenweise gefällte Bäume gelagert und von hier verschifft wurden. Der Erlös ging statt in die Kämmerei in die Bürgerkasse. Als Holz dann später mit dem Zug transportiert wurde, wurde aus dem Lagerplatz eine Badestelle. Auch Kaiser Friedrich III. soll hier geplanscht haben.

Weiter geht unsere Tour an Rosen-Rabatten vorbei und an Wiesen mit Wildgänsen. Sogar eine öffentliche Toilette liegt auf dem Weg zur Fähre, mit der wir nach Tegelort übersetzen (1,30 Euro/Person/Rad).

Nur wenige Kilometer weiter kommen wir an der Wasserrettungsstation Scharfenberger Enge (mit DLRG-Station) und dann am Strandbad Tegel (Schwarzer Weg 1) vorbei: 350 Meter Strand, eine Sechs-Meter-Rutsche, ein Volleyball-Platz, FKK-Bereich und ein Klettergerüst sind die Highlights. Lehrerin Sylvia Kuehne aus Reinickendorf hat es sich in einem der 20 Strandkörbe kurz gemütlich gemacht.

Aber wir müssen weiter, radeln an der Wildtier-Station vom Forstamt vorbei (Eintritt frei) den Schwarzen Weg hoch. Wer will, kann im Waldhaus am See stoppen. Es gibt selbst gemachten Kuchen (ab 2 Euro) und 15 Gerichte wie Wildschweinbraten (13,90 Euro). Am Wochenende wird gegrillt. Probiert: Kohlroulade für 6,90 Euro. Urteil: Im Gegensatz zu den Kartoffeln und der Soße war die Kohlroulade ganz schmackhaft. Wer auf der Rücktour das Schloss Tegel besichtigen will, muss montags um 10, 11, 15 oder 16 Uhr kommen. Dann werden im Privat-Schloss Führungen (10/8 Euro/Person) angeboten. Einen Hinweis zum versteckten S-Bahnhof Tegel haben wir nicht entdeckt. Da rundum gebaut wird, fragen Sie sich am besten durch.

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