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Donnerstag, 5. Juli 2012

Lübbenau: Gut gegurkt auf dem Gurkenradweg

Von Jeannette Hix (Text) und Sabine Gudath (Fotos)

Lübbenau: Gut gegurkt auf dem Gurkenradweg

Ne jut jewachsene Gurke ist die beste Gabe Gottes – und ’nen jut asphaltierter Weg det Beste für Radler: Auf dem Gurkenradweg durch den Spreewald haben Sie beides: Sie können gut gewachsene Gurken naschen und auf tollen Wegen radeln.
Unsere heutige 36 Kilometer lange Rundtour startet am Bahnhof Lübbenau, geht über Lehde, Leipe, Burg und zurück.

Der Sage nach, sollen im Spreewald dem Teufel die Ochsen durchgegangen und so die tiefen Furchen entstanden sein. In Wirklichkeit teilte vor etwa 10.000 Jahren die letzte Eiszeit die Spree in ein fein gegliedertes Netz, und ein Binnendelta mit 1.000 Kilometer Wasserläufen entstand. Anfangs stark bewaldet (daher der Name Spreewald), machten Bauern das Land im Laufe der Jahrhunderte urbar. Ab dem 17. Jahrhundert lebte man hier von der Leinenweberei, im 19. Jahrhundert wurden dann Gurken angebaut.

So müssen Sie fahren

Zum Spreewald-Museum: von, Bahnhof Lübbenau über die Poststraße Richtung Zentrum, links zum Topfmarkt abbiegen.

Zum Großen Spreewald-Hafen: vom Topfmarkt zurück über die Ehm-Welk-Straße, rechts in die Dammstraße. Nach Lehde: folgen Sie der Ausschilderung.

Ab Bismarck-Turm/Burg: Richtung Kräutergarten, links Richtung Willischza See, links Richtung Spreewaldhafen, Ringchaussee, Fischerfließ, Pohlensweg – Ausschilderung folgen.

Einen Teil der Geschichte der letzten 100 Jahre kann man im „Spreewald-Museum“ (Am Topfmarkt) sehen – vom Kolonialwarenladen bis zur originalen Dampflok (Tel. 03542/2472).

Wir radeln vom Museum in Lübbenau direkt zum großen Spreewaldhafen und naschen bei Regine Markus (67) knackige Gurken (40 Cent/100 g).

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Vom Stand weg will uns Fährmann Gerhard Finck (58) in den Kahn holen – rund 25 Leute haben darin Platz (3 Stunden/12 Euro). Doch wir wollen weiter zum Gurkenradweg, der übrigens insgesamt 250 Kilometer lang ist. Um dahin zu kommen, müssen wir von Lübbenau bis nach Lehde eine asphaltierte Straße fahren – der kurze Weg nach Lehde ist ausgeschildert. Im Gasthaus „Quappenschänke“ (An der Dolzke 4) machen wir kurz einen Stopp. Dort kann man nicht nur gut essen (Aal mit Brot: 10 Euro) und Produkte aus der Region kaufen (Hirschsalami: 7 Euro/300 g), sondern auch das Gurkenmuseum besuchen.

Einen Besuch wert ist auch das Freilandmuseum (Eintritt: 5/3,50 Euro) ein Stück weiter. Dort kann man alles über die sorbisch/wendischen und deutschen Spreewälder erfahren, aber auch heiraten. Übrigens wurde dort auch der Märchenfilm „Frau Holle“ gedreht. Von Lehde ist dann der Gurkenradweg mit allen Richtungen ausgeschildert. Und er ist traumhaft. Eingerahmt von Fließen links und rechts und alten Erlen- und Birkenreihen gleitet man auf festem Weg in absoluter Stille dahin – Erholung pur. Allerdings muss man den Weg mit Spaziergängern teilen. Und: Für die Tour braucht man Muckis. Denn das Rad muss über zwei Brücken á neun Stufen rauf- und runter- geschleppt werden.

Nach gut fünf Kilometern erreichen wir Leipe. Im 14. Jahrhundert entstanden, war der Ort Jahre nur übers Wasser erreichbar. Erst 1936 wurde ein Arbeitsweg gebaut, 1968 die erste befestigte Straße. Hier gibt es auch eine kleine Heimatstube mit altem Hausrat und Spreewaldtrachten.

Kurz hinter Leipe verlassen wir den Gurkenradweg und fahren in Burg ein. „Wobsedne Borkowy“ steht auf dem Ortseingangsschild, das auf niedersorbisch schlicht Burg heißt. Im „Hafeneck“ (Am Hafen 7) machen wir Rast. Probiert: Schnitzel mit hausgemachtem Kartoffelsalat (7,50 Euro) und Sülze mit selbstgemachter Remoulade (8,50 Euro). Urteil: Sülze und Kartoffelsalat lecker, Schnitzel leider gepresst statt geklopft.

Tipp: Wer in Burg die 96 Stufen im 33 Meter hohen Bismarckturm hochsteigt (1915 gebaut), hat einen super Rundum-Blick.

Leider ist ab Bismarckturm der Rückweg nach Lübbenau anfangs mies ausgeschildert. „Hier streiten sich drei Tourismusvereine und die Besucher müssen es ausbaden“, sagt ein Anwohner, den wir nach dem Weg fragen. Auch die Übersichtskarten bringen nicht wirklich Aufschluss. Aber schließlich wurschteln wir uns durch (Wegbeschreibung, siehe rechts) und sind froh, dass vor Leipe wieder der Gurkenradweg nach Lübbenau ausgeschildert ist. Nach der Tour sind wir ziemlich k.o., aber glücklich. Unser Gesamturteil: Die Tour ist für Kinder zwar auch geeignet. Sie sollten aber Durchhaltevermögen haben.

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