Die sieben Meter hohe Giraffe aus gelben 30.000 Duplosteinen zeigt den Weg: Hier am Potsdamer Platz in Mitte, direkt vor dem Sony Center, geht’s hinein ins bunte Legoland Discovery Center. Ein Indoor-Spielplatz, den auch Promis gern mit ihrem Nachwuchs besuchen. Angelina Jolie war schon dreimal mit allen sechs Kindern da. So gut hat es ihnen hier gefallen. Es muss also einen guten Grund geben. Lassen wir uns überraschen.
Vater, Mutter, Kind zahlen an der Kasse 42 Euro Eintritt, das ist kein Pappenstiel. Dagegen sind Jahreskarten für 32 Euro fast günstig, sie rentieren sich ab dem dritten Besuch. Wer online bucht, spart ebenfalls.
Und dann stehen wir im ersten Ausstellungsraum mit Berliner Sehenswürdigkeiten, wie das künftige Stadtschloss, Dom, Brandenburger Tor oder Reichstag, nachgebaut aus Tausenden Legosteinen. Das fesselt vor allem Erwachsene. Kleinere Besucher staunen eher, wenn im Mini-Berlin alle sechs Minuten das Licht aus, und die Straßenbeleuchtung an geht. Die Nächte sind verdammt kurz. Per Knopfdruck fahren Fensterputzer an Fassaden rauf und runter, und man kann die legendäre Mauer zum Einsturz bringen. Mit echtem Sound und Jubelrufen. Doch Kinder drängen weiter, dorthin, wo es unüberhörbar laut ist.
Im nächsten Raum tobt nämlich Käpt'n Steinebarts Piratenschlacht. In einem Wasserbecken treiben Segelkoggen (alles aus Legosteinen). Mit dem Goldtaler, den uns die Dame am Eingang mit auf den Weg gab, können wir ein Steuerrad in Bewegung setzen. Die Schiffe sollen mit ihrer Spitze eine Insel treffen. War das Manöver erfolgreich, schießt eine Fontäne hoch - Begeisterung wie im Fußballstadion brandet auf. „Noch mal!“ Zum Glück rücken die anwesenden Animateure weitere Taler raus.
15 Spielbereiche bietet das Legoland, dazu gehört eine coole Drachenbahn zum Mitfahren. Sie rollt quer durch eine Ritterburg, vorbei an grusligen Gesellen und Fledermäusen, tuckert in die Tiefe und taucht wieder auf. Ein Drache reißt sein Maul auf, speit Wasser. Einige Kinder kreischen und stellen sich sofort wieder vorne an.
Nach so viel Spaßaktionen wollen wir endlich selbst was den bunten Steinen bauen, die zentnerweise rumliegen. Vier Millionen sollen es sein. An den Basteltischen sitzen vorwiegend Väter und stecken mit ihren Sprösslingen Autos zusammen. Die können sie auf einer Achterbahn um die Wette fahren lassen, die Zeit mit der Stoppuhr messen. Für Mädchen gibt es eine Spielecke mit rosa und weißen Steinchen, Blümchen und niedlichen Pancakes. Doch die meisten finden es spannender, wenn sie auf einer Rüttelplatte selbst gebaute Gebäude zum Einsturz bringen.
Zum Glück kann man dem Treiben vom Café aus zuschauen, das verschafft Begleitpersonen eine Verschnaufpause. Kaffee und Hotdog kosten je 2,10 Euro, Pizzaecken ab 2,30 Euro, dazu gibt’s etliche Kombi-Angebote für Kinder.
Frisch gestärkt begeben wir uns in eine kleine Fabrikhalle, an die Wiege aller Legosteine. Buntes Granulat wird erhitzt, es faucht und zischt, flüssiger Brei läuft in Formen, zum Schluss spuckt ein Automat das Endprodukt aus. Sehr anschaulich gemacht. Doch die Kleinen wollen weiter, das 4-D-Kino lockt. Mit wohligem Grausen erleben wir Sturm und Regen (es sprüht tatsächlich), während vorn 3D-Männchen trickreich das Böse bekämpfen.
Legoland ist laut, schnell und bunt bis auf Ruhezonen, wie das kleine Café und die Kleinkinderbereiche. Darauf muss man vorbereitet sein. Auch, dass der Weg zum Ausgang unausweichlich durch eine Verkaufsausstellung führt. Die teuren Modellkästen stehen jedoch etwas abseits, was einige Diskussionen über Begehrlichkeiten erspart. Echte Lego-Fans finden hier aber ein einmaliges Angebot: lose Steine zum Kilopreis (100 Gramm acht Euro), aber auch Teilchen, die zu Hause in irgendwelchen Sofaritzen verschwunden sind und ohne die kein Raumschiff oder Ritterburg jemals fertig werden.
Mindestens drei Stunden Zeit sollte man einplanen, eher länger (www.legolanddiscoverycentre.de/berlin/de).

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