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Montag, 16. Juli 2012

KURIER-Sommer-Check: Helene – die Schönheit vor den Toren der Stadt

Von BRITTA ZIMMERMANN und SABINE GUDATH (Fotos)

Helenesee - die "kleine Ostsee"

Tausende Ausflügler flirten jedes Wochenende mit der „schönen Helene“ – so nennen die Einheimischen die 2,5 Quadratkilometer große Badewanne bei Frankfurt/Oder. Der Helenesee ist einer der beliebtesten und saubersten Seen Brandenburgs.

Die Geschichte der schönen Helene begann eher prosaisch. „Von 1930 bis 1959 wurde hier Braunkohle im Tagebau gefördert“, erzählt uns Günter, der mit seinem Shuttleservice die Badegäste rund um den See kutschiert (kleine Rundfahrt für 3 Euro pro Person). „Als die Vorkommen erschöpft waren, ließ man die Grube mit Wasser voll laufen. Es entstand ein bis zu 70 Meter tiefer und besonders klarer See.“

Anreise zum Helenesee

Mit dem Auto erreicht man den Helenesee über die A 12 Berlin–Frankfurt/Oder, Ausfahrt Frankfurt/Oder-West, B 87 Richtung Müllrose, nach dem Ortsende Markendorf links zum Helenesee. Mit der Bahn RE 2 Richtung Cottbus bis Königs Wusterhausen Bhf., weiter mit der Bahn OE 36 Richtung Frankfurt/Oder bis Frankfurt/Oder, Helenesee Bhf. Fahrtdauer: 2 Std. 30 Min. Infos: vbb-fahrinfo.de

Nach und nach wurde die Helene zum Erholungsgebiet ausgebaut. Inmitten duftender Kiefernwälder entstand der Freizeit- und Campingpark Helenesee (Eintritt 2 Euro pro Person mit Auto, Tel. 0335/55 66 60).

Schlendert man am weitläufigen, über zwei Kilometer langen Sandstrand entlang, kommt schnell Ostsee-Feeling auf. „Man fühlt sich hier wie im Urlaub, wir haben auch schon Steine gesammelt“, schwärmt Nadja (30) aus Fürstenwalde. Die „Kleine Ostsee“ wird der Helenesee von vielen Ausflüglern auch genannt.

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Langeweile kennt man hier nicht. Es gibt zahlreiche Sportangebote (Tennis, Tischtennis, Beachvolleyball), Abenteuerspielplatz, Bootsverleih und Aquapark. Am Nordstrand bietet Reiner Sarrach Surfkurse an (2 Std. Schnupperkurs 50 Euro).

Tipp: Der Oststrand ist besonders schön und ganz ruhig. Hier bietet Jens Kutzner Tauchkurse an (Tel. 0335/52 59 84). An manchen Stellen hat der glasklare See Sichtweiten bis zehn Meter. „Ich habe Hechte und Barsche gesehen“, erzählt Jonathan (13) ganz aufgeregt. „Und ein Ruderboot und eine Telefonzelle.“

Eine weitere Tauchattraktion: Zum Gedenken an den verstorbenen Vorsitzenden des Frankfurter Unterwasserclubs Olaf Ullmann versenkten Freunde anstelle eines Grabsteins eine gelbe U-Boot-Attrappe im Helenesee. Der 40-jährige ORB-Kameramann war im August 1999 nach Dreharbeiten in Westafrika in Berlin an Gelbfieber gestorben. Mit der Versenkung wollten Tauchfreunde an seinen Traum angeknüpfen, einmal mit einem U-Boot durch den See zu fahren.

Ein Naturcampingplatz mit 1800 Standplätzen (5 Euro p. P. plus 5 Euro pro Zelt/Nacht) und etwa 80 Mietbungalows (ab 35 Euro/Nacht) befindet sich in unmittelbarer Nähe zum See.

„Wir kommen seit 30 Jahren hierher. Unsere Kinder sind an dem See groß geworden“, erzählt Dauercamperin Vera (73) aus Eisenhüttenstadt, die von April bis Oktober in ihrem Wohnwagen lebt. „Hier gibt es einfach alles, sogar einen Supermarkt!“

An den Imbissbuden, dem Eiscafé und Restaurant kann man sich stärken (Bockwurst im Brötchen für 2Euro,Cheeseburger 2,70 Euro, „Helene Beach Burger“ 6 Euro).

Im Sommer locken zahlreiche Veranstaltungen die Besucher an den See. Höhepunkt ist das große „Helene Beach Festival“ vom 27. bis 29. Juli 2012 mit über 100 Darbietungen auf fünf Bühnen.

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