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Samstag, 21. Januar 2012
Kreuzfahrt-Reisen

Traumschiff wird zum Alptraum

Von THOMAS SCHRECKER

Diese Kreuzfahrtschiffe wurden zum Alptraum

Auf Felsen aufgelaufen: „Sea Diamond“: Das Kreuzfahrtschiff sank am 6. 4. 2007 vor der griechischen Insel Santorin, nachdem es einen Felsen gerammt hatte. Ein Franzose (45) und seine Tochter (16) starben. Alle anderen konnten gerettet werden.

Foto: AP
Rom –  

Es geschieht jeden Tag auf den sieben Meeren: Schiffe sinken, Menschen sterben. Es finden nicht einmal alle Unfälle Eingang in die Statistik. Wenn allerdings Kreuzfahrtschiffe auf Riffe laufen und Passagiere ertrinken, ist die Welt entsetzt. Ferien machen und Tod – das passt nicht zusammen. Dabei wachsen die Risiken mit dem Kreuzfahrt-Boom.

Der bis heute größte verbuchte Zwischenfall ereignete sich im Jahr 255 vor Christi. Nach der Seeschlacht der Römer gegen die Karthager (Nordafrika) bei Kap Bon geriet die römische Flotte im Mittelmeer auf der Heimreise in einen mörderischen Sturm. 300 der 370 Schiffe wurden vom Meer verschlungen – samt 100.000 Mann.

Risiko Kreuzfahrtschiff

Risiko Kapitän

Der Kapitän der „Costa Concordia“ wich am 13. Januar 2012 vom Kurs ab, rammte einen Felsen und verließ vor der Evakuierung von Passagieren und Besatzung das Schiff. Die Qualifikation der Offiziere (wenigstens auf Luxuslinern) ist zwar sehr gut, sagen Fachleute, aber es gibt Mängel. So müssen sie keine psychologischen Tests absolvieren. Wie reagieren sie auf plötzliche Gefahr? Wie gehen sie mit Panik um? Selbst Stewardessen an Bord von Flugzeugen müssen eine derartige Qualifikation nachweisen – Schiffskapitäne nicht.

Zu Tausenden ruhen Wracks auf dem Meeresgrund. Das bekannteste: die „Titanic“. Das als unsinkbar geltende Luxus-Schiff rammte im April 1912 einen Eisberg, riss 1.500 Menschen mit in die Tiefe.

Heute geraten die schwimmenden Urlauberburgen in Brand, rammen Kaimauern, sitzen auf Sandbänken fest, treiben mit Maschinenschäden hilflos in den Wellen oder laufen auf Riffe.
Das Traumschiff wird zum Alptraum.

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