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Mittwoch, 25. Juli 2012

Kartbahn im Kaufhaus am Ostbahnhof: Die Piste der Mini-Schumis

Von CORNELIA SCHMALENBACH THOMAS UHLEMANN (Fotos)

Kartbahn im Kaufhaus am Ostbahnhof
Berlin –  

Gas geben, rein in die Kurve bis die Reifen quietschen: Im Geschwindigkeitsrausch auf Schumis Spuren. Die Konkurrenten hinter sich lassen, dicht an der Bande entlang, nur nicht zu früh ausbremsen. Kartbahnfahren in der Galeria Kaufhof am Ostbahnhof ist ein ganz heißer Ferienspaß. Selbst dann, wenn das Wetter nicht so mitspielt.

Superlative am laufenden Band: Wir testen heute Deutschlands „erste, einzige und höchstgelegene Kartbahn“, wie der Betreiber, ein Schweizer Bergrenn-Profi, seine Anlage bewirbt (7 Runden 9,50 Euro, Kinder ab acht Jahre 7,50 Euro, Familienrabatte). Der Weg in die 5. Etage des Warenhauses ist nicht leicht zu finden. Man muss durch die Tür zum Personaleingang, sonst bleibt man auf der Strecke.

Der Eingangsbereich der Kartbahn erinnert an ein Fitnessstudio: Kasse am Tresen, dahinter ein Ruhebereich mit Tischen und Stühlen. Einige Jugendliche stehen am Billardtisch, in der Ecke daddeln andere am Spielautomat. Einige wartende Mütter unterhalten sich angeregt in einer Sofaecke, wo auch eine Playstation mit Fußballspielen läuft. Es ist unerwartet leise, stinkt auch nicht nach Benzinwolken, was uns angenehm überrascht. Damit hatten wir nicht gerechnet. Klarer Fall, hier fahren E-Karts. Die 16 Flitzer hinter der ovalen Bande surren umweltfreundlich mit Batterien. Die Halle ist außerdem voll klimatisiert.

Nach einer umfassenden Einweisung an einem Übungskart ziehen wir uns Sturmhauben über den Kopf, darauf kommt der Sicherheitshelm. Kinder müssen mindestens acht Jahre alt sein und wenigstens 1,40 Meter groß sein. Rechts Gas geben, links bremsen. Alles wie im eigenen Auto. Die Karts können mit 55 km/h brettern, dafür muss man aber schon 14 sein. Jüngere Fahrer werden auf 20 oder 40 km/h gedrosselt.

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Die ersten sieben Runden dienen zum Aufwärmen. Die Karts reagieren verdammt schnell, die sieben engen Kurven erfordern volle Konzentration. Wow, es brummt in der Magengrube, die Säulen in der Halle fliegen nur so vorbei. Wir werden abgewunken, reihen uns wie bei der Formel 1 brav in eine Boxengasse ein. Jetzt wird es ernst: Wir fahren die nächsten Runden auf Zeit, die beste wird am Schluss gewertet. Es sind zwei Arten von Rennen möglich: Aus der Startposition mit Ampel oder aus der Boxengasse, wobei die Qualifikationszeiten die Reihenfolge bestimmen. Auch wenn wir nicht gewonnen haben – es war ein megageiler Rausch mit Suchtfaktor zum Wiederholungstäter.

Vor allem in den Ferien sollte man sich eine Bahn telefonisch reservieren. Kinder unter 16 Jahre brauchen von den Eltern eine Haftungsfreistellung. Das Formular kann man sich im Internet herunterladen, die Eltern müssen dann nur noch unterschreiben. Ein Rennen dauert etwa eine Stunde. Mehr als zwei gehen echt an die Substanz. Was von außen so kinderleicht aussieht, fordert von den Fahrern Muckis. Die Oberarme hängen schwer wie Blei, weil sie den Flitzer die ganze Zeit fest in der Spur halten müssen.

Gut, dass für das leibliche Wohl der Rennfahrer vom Tresen aus gesorgt wird. Wir ordern Pizza plus einem alkoholfreien Getränk, zahlen dafür 6 Euro. Der belegte Fladen schmeckt so, wie man es von einer Tiefkühlpizza erwartet. Wasser (0,24 l) kostet 1,80 Euro. In der Halle ist Platz für etwa 250 Gäste, sodass selbst bei großem Andrang kein unangenehmes Gedrängel aufkommt.

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