Die Ansagen sind ziemlich klar und eindeutig. „Das ist der zentrale D-Ring, der ist wichtig. Falls Ihr mal gerettet werden müsst, hängt hier das Equipment dran“, erklärt Michael Schmidt, Sicherheitsmanager vom AbenteuerPark Potsdam. 20 Minuten dauert die Einweisung im Kletterpark. Eine Wissenschaft für sich.
Wir legen das Geschirr vor uns hin, bekommen erklärt, wie man den Karabiner öffnet. Weiter geht es mit dem „Shuttle“, mit dem man sich am Anfang eines Parcours ein- und am Ende wieder ausklinkt. „Das ist eure Lebensversicherung“, sagt Michael Schmidt. Wenn’s Probleme gibt, „Hilfe“ oder „Ranger“ schreien. Klingt ja alles echt „Mut machend“.
Der AbenteuerPark (Albert-Einstein-Straße 49) ist bequem mit der S-Bahn S 7 zu erreichen. Vom Hauptbahnhof Potsdam sind es nur zehn Minuten zu Fuß (Ausgang Richtung Landtag wählen und den Schildern Richtung Tafelberg folgen!)
Geöffnet täglich von 10 bis 20 Uhr (ab 6. August bis 19 Uhr).
Infos: www.abenteuerpark.de, Tel. 0331/626 47 83
Aber kneifen gilt nicht! Man fühlt sich ein bisschen wie Tarzan im Dschungel. Tapfer kämpft sich die Reporterin mit Tochter Hannah durch den Parcours – immerhin mit dem Schwierigkeitsgrad 5.
Insgesamt hat der Kletterwald 12 Parcours , die auf 1 bis 12 Metern Höhe direkt in den Bäumen installiert sind. In dem 1,7 Kilometer langen Wald mit 170 verschiedenen Elementen kommt jeder auf seine Kosten. Hier gibt es beispielsweise den Parcours für „Neulinge“ (ab 130 Zentimeter Körpergröße) mit einer Kletterhöhe von drei Metern, bei dem es durch den Stangenwald, über Boxsacksäcke und Zickzackbalken geht. Der „Einsteiger“-Parcours (ab 130 Zentimeter Körpergröße) verspricht mit Flohsprung, Elefantenpfoten und Spinnennetz ein tierisches Vergnügen. Der Parcours „Fun“ lockt mit Burmabrücke, Snowboarden und Schlittenfahren in neun Metern Höhe und beim Parcours „Spezialisten“ braucht man besonders starke Nerven, denn hier gilt es Tonnen, Steigbügel und das Monstertau zu überwinden. Die Seilrutsche ist das rasante Highlight. Mit ihr saust man 200 Meter in die Tiefe.
Ich schwinge mich mit pochendem Herzen fürs Erste auf dem Trapez auf die andere Seite. Geschafft! Hannah hingegen hat Angst – und traut sich nicht mehr weiter. Alle Überredungskünste helfen nichts. Das bis dahin so tapfere Töchterchen muss abgeseilt werden – und braucht erst einmal eine Stärkung am Imbiss (Bockwurst für 2,50 Euro, Boulette 2 Euro, Steak 3 Euro).
„Es kommt öfter vor, dass wir jemanden abseilen müssen“, sagt Sicherheitsmanager Marco Schmidt und betont: „Klettern ist Teamsport!“ Daher solle man immer jemanden vor- und hinter sich haben. Das Wichtigste: Man muss dem Seil vertrauen, dass es einen hält.
„Kinder stellen sich oft besser an als Erwachsene. Die Eltern haben viel mehr Angst vor dem Kontrollverlust“, weiß Michael Schmidt. Hinzu kommen individuelle Ängste, die es zu besiegen gilt: Angst vor Höhe, vor dem freien Fall etc. „Beim Klettern lernt man fürs Leben“, sagt Schmidt. „Man lernt beispielsweise, dass man Verantwortung übernehmen muss – für sich wie für andere. Und wenn man Fehler macht, spürt man schnell die Konsequenzen.“ Und beim Klettern gilt – wie im wahren Leben: Der erste Schritt ist immer der schwerste.
Frederik (18) und sein Bruder Luis (9) jedenfalls sind vom ersten Mal hellauf begeistert. Ihr Fazit: „Nervenkitzel pur am Anfang, aber letztendlich völlig harmlos!“ Darüber hinaus ist es ein lehrreicher, leider nicht ganz billiger Spaß. Erwachsene zahlen 21 Euro, Kinder (bis 12 J.) 15, Jugendliche 18 Euro. Familien erhalten zwei Euro Rabatt. Die Seilrutsche kostet noch mal 3 Euro extra.

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