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Schwangere gerettet Die wirre SMS, die einen Schlaganfall ankündigte

Gefäßverschluss oder Blutung im Hirn: Schlaganfall

Gefäßverschluss oder Blutung im Hirn: Schlaganfall

Foto:

dpa Lizenz

Boston -

Wirre SMS-Nachrichten sind nicht immer ein Zeichen dafür, dass der Absender betrunken ist oder das Textkorrektur-Programm ein Eigenleben entwickelt hat. Laut einer Studie im Fachjournal „Archives of Neurology“ kann „Lega-sms-tenie“ Warnsignal für einen Schlaganfall sein. Dieses erkannte der Ehemann einer Schwangeren in Boston, der mit einem Notruf seiner Frau das Leben rettete.

Der Mann hatte die 25-Jährige per SMS gefragt, wann sie den nächsten Termin beim Arzt hätte. Als Antwort kam: „Jeder wo sachen tage nachten.“ Der irritierten Nachfrage „Was war das?“ folgten die Worte „Einige ist wo.“

Der Ehemann bekam es mit der Angst zu tun und rief den 911-Notruf: „Mit meiner Frau stimmt was nicht. Sie schreibt wirre Dinge, die Auto-Korrektur im iPhone ist ausgeschaltet.“

In der Notaufnahme stellten die Ärzte fest, dass die Schwangere Probleme hatte, ihren rechten Arm und ihr rechtes Bein zu bewegen, desorientiert war. Der Gehirn-Scan ergab, dass sie mehrere kleine Schlaganfälle erlitten hatte. Die Blutzufuhr zum Gehirn war stark beeinträchtigt – es bestand akute Lebensgefahr. Dr. Joshua Klein von der Harvard Uniklinik: „Wir haben ihr Blutverdünner gespritzt und die Symptome sind verschwunden. Ansonsten hätte es fatal enden können.“

Klein fand mit zwei Kollegen weitere Fälle, in denen Verwandte und Freunde von Schlaganfall-Opfern vorher wirre SMS-Nachrichten oder Emails erhalten hatten. „Da immer mehr Menschen auf digitale Weise kommunizieren, ist das eine echte Chance zur Früherkennung. Leider müssen wir wegen Fehlern beim Texterkennungs-Programm damit rechen, dass es oft blinden Alarm geben wird.“