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Google-Auto und Co.: Hände vom Steuer! Diese Autos lenken selbst

Schon seit einigen Jahren sind fahrerlose Testfahrzeuge auch im Straßenverkehr unterwegs.

Schon seit einigen Jahren sind fahrerlose Testfahrzeuge auch im Straßenverkehr unterwegs.

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Google

Beim Autofahren Zeitung lesen oder noch ein wenig schlafen - das könnte schon in zehn Jahren funktionieren, nämlich wenn Ihr Auto das Lenkrad selbst in die Hand nimmt. Kalifornien lässt dies nun auf seinen Straßen zu.

Auf den Straßen Kaliforniens dürfen künftig auch ganz offiziell fahrerlose Autos unterwegs sein: Der Gouverneur des US-Staats unterzeichnete am Dienstag ein Gesetz, das den Weg für die autonomen Gefährte freimacht. Kalifornien folgte damit dem Beispiel Nevadas, wo dies schon seit März 2012 erlaubt ist.  „Heute werden wir Zeuge, wie aus Science-Fiction die Realität von morgen wird – das selbstfahrende Auto“, erklärte Jerry Brown in der Google-Zentrale in Mountain View. „Jeder, der in ein Auto steigt und feststellt, dass es von alleine fährt, wird zwar erst etwas nervös sein. Aber er wird darüber hinweggekommen.“

Fahrerlos 482.000 Kilometer ohne Unfall

Schon jetzt sind einige selbstfahrende Autos auf kalifornischen Straßen zu sehen, spätestens in den nächsten zehn Jahren soll der kommerzielle Verkauf starten. Einer der Vorreiter ist Google: Eine computergesteuerte Autoflotte des Internetgiganten, bestehend aus sechs Toyota Prius, einem Audi TT, und einem Lexus RX450h, legte fahrerlos nach Unternehmensangaben 482.780 Kilometer ohne Unfall zurück. Aber auch in Deutschland gab es schon Testfahrten, zum Beispiel in Braunschweig oder Berlin. Bei diesen Probeläufen sitzt zwar immer noch ein Mensch am Steuer, um notfalls einzugreifen, doch die Autos fahren größtenteils autonom.

Schon 2004 richtete eine Forschungsabteilung des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums zum ersten Mal die DARPA Grand Challenge aus, um die Entwicklung selbstfahrender Autos voranzutreiben. Bei den zwei folgenden Wettbewerben, 2005 und 2007, verbesserten diese sich immer weiter, sodass sie heute fit für den Straßenverkehr sein sollen.

Projekt noch in den Kinderschuhen

Selbststeuernde Autos funktionieren fast immer nach demselben Prinzip: Auf dem Dach und vorne befinden sich Sensoren und Kameras, die Ampeln, den Straßenverlauf, andere Autos und sonstige Hindernisse scannen. Die Sensoren arbeiten mit Laser und Radartechnik. Die auf diese Weise gesammelten Daten werden in den Kofferraum geleitet, in dem sich ein leistungsstarker Computer befindet. Der verwandelt die Informationen in Fahrbefehle und dreht am Lenkrad, schaltet, gibt Gas oder bremst.

„Google Driverless Car“-Projektleiter Sebastian Thrun erklärt: „Auch wenn das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es uns einen Ausblick darauf, wie die Mobilität der Zukunft aussehen könnte. Und diese Zukunft ist sehr spannend.“ (dapd, pm)

Mehr Infos und Bilder von den Prototypen sehen sie in unserer Bildergalerie