Experten-Tipps
Wie man Liebeskummer besser bewältigt
In den Wochen nach der Trennung von Ashton Kutcher magerte Demi Moore stark ab.
Foto: dpa
Die Trennung zweier prominenter Paare beschäftigen derzeit die Klatschspalten: Heidi und Seal sowie Demi und Ashton. Im Umgang mit dem Liebeskummer ähneln Promis uns Normalsterblichen. Eine Expertin weiß, was jetzt zu tun ist.
Macht der geliebte Partner Schluss, zerreißt es vielen das Herz. Manchmal sind Schmerz und Enttäuschung über die gescheiterte Beziehung so groß, dass der Verlassene darunter sogar zusammenbricht. Siehe Demi Moore. In den Wochen nach der Trennung von Schauspieler Ashton Kutcher (33) im November ist die 49-Jährige extrem abgemagert.
Vor ein paar Tagen kollabierte die Schauspielerin gar. Ein Notarzt musste Moore eine halbe Stunde lang zuhause versorgen, bevor er die 49-Jährige in ein Krankenhaus einwies. Sie sei physisch am Ende, völlig erschöpft, teilte ihr Management mit. Die Hollywood-Schauspielerin wolle sich erst einmal gesund pflegen lassen.
Wie man Liebeskummer hinter sich lässt
Bildergalerie ( 10 Bilder )
Wie man Liebeskummer hinter sich lässt
Warum trifft uns eine Trennung so hart?
Silvia Fauck: „Zunächst ist der Verlassene derjenige, der übrig bleibt. Er oder Sie fühlt sich einsam, und das nagt am Selbstwertgefühl. Man kann die Trennung mit einem Entzug von der Sucht nach dem Ex-Partner vergleichen, die nicht mehr befriedigt werden kann. Kommt die Trennung für den einen sehr plötzlich, ohne viele vorangegangene Auseinandersetzungen, fühlt sich der Verlassene zudem hintergangen und enttäuscht.“
Foto: dpa
Was sollen Leidende unmittelbar nach der Trennung tun?
Silvia Fauck: „Sie sollten sich erlauben, traurig zu sein. Trauern nach einem Beziehungs-Aus ist völlig in Ordnung. Nur sollte man aufpassen, dass man Grundsätzliches wie Essen, Trinken, Schlafen und Arbeiten nach der schlimmsten Phase wieder hinbekommt. Meine Erfahrung zeigt: Wer das nach sechs Wochen nicht schafft, sollte in eine Beratung. Das kann bei einem Beziehungs-Coach sein, beim Pfarrer oder beim Hausarzt. Ein einmaliges Gespräch reicht oft schon, um die Kurve zu kriegen.
Foto: dpa
Wie lässt sich der Trennungsschmerz lindern?
Silvia Fauck: „Es gibt eine ganze Reihe SOS-Tipps. Neben der Zeit zum Trauern sollte man lieb zu sich selbst sein und sich regelrecht verwöhnen. Ablenkung, Lesen, Tanzen, Reisen – das alles kann helfen. Ebenso das Umfeld zu verändern, eventuell aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen oder diese zumindest umzugestalten. Hier muss man schon sagen, wer weniger finanzielle Sorgen hat, dem gelingt das leichter.“
Foto: dpa
Sollte man die Sachen von der oder dem Ex entsorgen?
Silvia Fauck: „Ich würde sie auf jeden Fall wegpacken und aus dem Sichtfeld räumen, damit man gerade in der ersten Zeit nicht ständig an den anderen erinnert wird. Auf dem Müll schmeißen würde ich Gegenstände und Geschenke vom Ex-Partner nicht, schließlich sind sie auch ein Teil des eigenen Lebens, an das man sich vielleicht irgendwann auch gerne zurückerinnert.“
Foto: dpa
Wie lernt man loszulassen?
Silvia Fauck: „Man muss lernen, sich als Person wichtiger zu nehmen als den anderen. Denn nach einer Trennung ist es genau umgekehrt. Der Ex-Partner ist das Allerwichtigste und sich selber macht man ganz klein. Das Verhältnis umzudrehen hört sich leicht an, ist aber schwierig. Es hilft auf jeden Fall, sich abzulenken und sich etwas Gutes zu tun.“
Foto: dpa
Muss man wütend sein auf den Ex-Partner?
Silvia Fauck: „Nein, das muss nicht ungedingt sein. Es ist eher eine Charakterfrage. Auf der einen Seite kann die Wut erleichternd sein. Doch in diesem Zustand handelt man oft auch unüberlegt und plant zum Beispiel Racheaktionen, die einem hinterher furchtbar peinlich sind.“
Foto: dpa
Wie geht man mit Einsamkeit und Verlustängsten um?
Silvia Fauck: „Oft hilft es, für sich ein kleines Tagebuch zu schreiben. Auch eine Positiv- und Negativliste der vergangenen Beziehung ist aufschlussreich. Denn in seiner Trauer neigt man dazu, das Positive viel zu hoch zu hängen. Wenn man sich auch das Negative klar macht, kommt man schneller zu dem Ergebnis, dass viele Dinge in der Beziehung möglicherweise nicht gestimmt haben und man vielleicht schon länger unglücklich war.“
Foto: dpa
Wie gewinnt man sein Vertrauen in die Liebe zurück?
Silvia Fauck: „Das braucht natürlich Zeit, kurz nach der Trennung ist man erstmal blockiert. Aber ich hatte noch keinen Patienten in acht Jahren, der sich nicht irgendwann wieder verliebt hat.“
Foto: dpa
Muss ich die alte Beziehung verarbeitet haben, bevor ich etwas Neues beginne?
Silvia Fauck: „Besser ist das schon. Doch manchmal überschneidet sich das Leben. Auch reagieren Männer und Frauen unterschiedlich. Frauen wollen oft lernen, was sie falsch gemacht haben, damit ihnen das nicht wieder passiert. Männer suchen sich schneller eine Frau, wenn auch oft nur als Ablenkung, wie eine Pille gegen den Schmerz. Sie trauern dann trotz so einer Bettgeschichte, kommen irgendwann in meine Praxis und wissen nicht mehr weiter. Meine Erfahrung ist: Männer leiden mindestens genauso lange.“
Foto: dpa
Geht eine Liebe zu Ende, kann das großen Kummer verursachen. Nicht ohne Grund bezeichnen wir diesen Kummer als Herz- oder Trennungsschmerz. Ein Gefühl, das Betroffene in ihrer akuten Not regelrecht körperlich spüren. Schmerz und Trauer hinter sich zu lassen, fällt vielen schwer. Silvia Fauck behandelt solche Fälle in ihrer Liebeskummer-Praxis. Hier beantwortet die psychologische Beraterin und Autorin die wichtigsten Fragen bei Liebeskummer.
Foto:
dpa
Kiez&Stadt
EM 2012
1. FC Union
Polizei&Prozesse
Fußball
Kiez&Stadt
SOS-Liste bei Liebeskummer
Vielleicht ein erster Schritt heraus aus Kummer und Schmerz, denn wer unter einer Trennung leidet, sollte es sich auf jeden Fall erst einmal gut gehen lassen, rät Silvia Fauck, die als psychologische Beraterin eine Liebeskummer-Praxis betreibt. „Lieb zu sich selbst sein und sich nach Strich und Faden verwöhnen“, steht deshalb ganz oben auf ihrer SOS-Liste bei Liebeskummer.
Was auf den ersten Blick banal klingt, hat durchaus einen tieferen Sinn: „Man muss lernen, sich als Person wichtiger zu nehmen als den anderen. Denn nach einer Trennung ist es genau umgekehrt. Der Ex-Partner ist das Allerwichtigste und sich selber macht man ganz klein“, sagt Autorin Fauck.
Diesen Eindruck konnte man auch bei Demi Moore gewinnen, die in einem Interview Anfang Januar erstaunlich offen über ihre Selbstzweifel sprach: „Ich würde sagen, was mir wirklich Angst macht: Am Ende meines Lebens herauszufinden, dass ich überhaupt nicht liebenswert bin, dass ich es nicht wert bin, geliebt zu werden“, gestand sie dem US-Magazin „Harper's Bazaar”.
Zehn Zeichen für eine labile Beziehung
Bildergalerie ( 10 Bilder )
Zehn Zeichen für eine labile Beziehung
2. Illoyalität
Einen einzelnen Seitensprung kann eine Beziehung überstehen. Doch ständige Untreue entzieht der Beziehung ihre Basis. Auch wer sich den Bedürfnissen des Partners verweigert oder vor Dritten schlecht über seinen Partner redet, verhält sich illoyal und zerstört damit Vertrauen.
Foto: dpa
3. Verunsicherung und Einengung
Wenn man sich mit dem Partner nicht frei fühlt sondern eingeengt. Wenn man Angst hat, vor dem anderen seinen Ärger oder auch seine Ängste zu zeigen, aus Sorge der Partner könnte schmollen, wütend werden oder gar Dinge beschädigen, ist die Partnerschaft kein sicherer Ort.
Foto: dpa
4. Respektlosigkeit
Es gibt viele Varianten, dem Partner respektlos zu begegnen. Zum Beispiel, wenn man meint, den Partner erstmal erziehen zu müssen. Andere zeigen, dass sie den anderen für dumm halten oder sie machen seinen Geschmack lächerlich. Alle Arten der Respektlosigkeit führen dazu, dass sich der Betroffene gedemütigt fühlt – ein Zeichen dafür, dass die Beziehung nicht in Ordnung ist.
Foto: dpa
5. Verlorene Achtung
Wenn jemand ständig betrunken ist, oder regelmäßig ausrastet und die Kontrolle verliert, ist es schwer denjenigen auf Dauer weiter zu achten. Ohne gegenseitige Achtung hat eine Beziehung jedoch wenig Zukunft.
Foto: dpa
6. Einsame Entscheidungen und geheime Pläne
Manchmal hat sich ein Partner schon aus der Beziehung verabschiedet ohne es richtig zu bemerken. Anzeichen dafür sind Entscheidungen und Pläne, die einer trifft, ohne den anderen mit einzubeziehen.
Foto: dpa
7. Gravierende Unterschiede in der Lebensplanung
Ist der eine ein häuslicher Typ, der andere möchte jeden Abend etwas unternehmen, führt das zu Konflikten, wenn das Paar es nicht schafft, Kompromisse zu finden. Schwieriger wird es, wenn zum Beispiel einer von beiden Kinder möchte und der Partner nicht. Lassen sich wichtige Lebensziele nicht vereinbaren, ist eine Trennung möglicherweise langfristig die glücklichere Entscheidung.
Foto: dpa
8. Fehlende Gemeinsamkeit
Wenn es nichts mehr gibt, was das Paar gemeinsam unternimmt, es sei den, beide sind zusammen eingeladen oder haben einen anderen Pflichttermin, steht es nicht gut um die Beziehung.
Foto: dpa
9. Mangel an Humor
Ein Kriterium einer guten und langen Beziehung ist, dass beide Partner miteinander lachen können. Humor macht viele Probleme leichter. Ist der Humor dagegen aus der Beziehung verschwunden, ist das ein weiteres Alarmzeichen.
Foto: dpa
10. Körperliche Distanzierung
Wenn Partner sich nicht mehr berühren wollen oder einer der beiden gar Widerwillen empfindet, sobald der andere ihm nahekommt, ist das ein Anzeichen für eine nicht intakte Beziehung.
Foto: dpa
1. Geringe Einsatzbereitschaft
Spricht einer der beiden Partner oft von Trennung oder trifft er Entscheidungen für die Zukunft (zum Beispiel einen Jobwechsel) ohne den anderen, ist seine Einsatzbereitschaft gering. Einsatzbereit ist der Partner dagegen, wenn er sich an Abmachungen hält, zum Beispiel anruft, wenn es bei der Arbeit später wird.
Foto:
dpa
Kiez&Stadt
EM 2012
1. FC Union
Polizei&Prozesse
Fußball
Kiez&Stadt
Wie eine Pille gegen den Schmerz
Typisch Frau, denkt man schnell. Denn Männer verarbeiten das Beziehungs-Aus oft anders, diese Erfahrung hat Liebeskummer-Coach Fauck in ihrer Praxis gemacht. „Männer suchen sich schneller wieder eine Partnerin, wenn auch oft nur als Ablenkung, wie eine Pille gegen den Schmerz. Sie leiden aber mindestens genauso lange.“
Welche Tipps bei Liebeskummer außerdem helfen, ob man die gescheiterte Beziehung unbedingt verarbeiten muss und was man am besten mit den Sachen vom Ex macht. Die Ratschläge von Silvia Fauck lesen Sie in der Bilderstrecke oben.
Auch interessant