Boreout
Mit Test: Macht Ihr Job Sie vor Langeweile krank?
Zu wenig zu tun oder einfach unterfordert: Der Begriff „Boreout“ beschreibt das Phänomen.
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Zu wenig zu tun oder einfach unterfordert: Der Begriff „Boreout“ beschreibt das Phänomen.
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Burnout - die Krankheit der Top-Manager und Stars kennt jeder. Vielen Normalos geht es genau umgekehrt: Sie haben nichts zu tun in ihrem Job, täuschen Geschäftigkeit vor und werden darüber krank. Boreout heißt das Phänomen. Von „boredom“, dem englischen Wort für Langeweile.
E-Mails sortieren, Aktenstapel von rechts nach links räumen, wahllos in Dokumenten herumtippen - Geschäftigkeit vorzutäuschen, ist harte Arbeit. So hart, dass sie auslaugen kann. Im schlimmsten Fall bis zum Boreout, dem Syndrom der Unterforderten.
„Unsere Gesellschaft ist gewissermaßen geteilt: Burnout haben die Erfolgreichen. Die bekommen das ganze Interesse“, sagt der Psychotherapeut Wolfgang Merkle. „Menschen mit Boreout werden weniger beachtet, obwohl sie fast die gleichen Symptome haben.“
Niedergeschlagen und antriebslos
Boreout kann sich durch Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder die Unfähigkeit, das Leben zu genießen, bemerkbar machen. Auch unter körperlichen Symptomen könnten Betroffene leiden, zum Beispiel Magenbeschwerden, Schwindel, Tinnitus oder Kopfschmerzen. Der Unterschied zum Burnout: Die Erschöpfung wird durch den Stress der Unterforderung verursacht, nicht durch Überforderung.
Test: Leiden Sie unter Boreout?
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Test: Leiden Sie unter Boreout?
2. Fühlen Sie sich unterfordert oder gelangweilt?
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3. Tun Sie ab und zu so, als ob Sie arbeiten würden – haben tatsächlich aber gar nichts zu tun?
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4. Sind Sie am Abend müde und erschöpft – obwohl Sie gar keinen Stress hatten?
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5. Sind Sie mit Ihrer Arbeit eher unglücklich?
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6. Vermissen Sie den Sinn in Ihrer Arbeit, die tiefere Bedeutung?
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7. Könnten Sie Ihre Arbeit eigentlich schneller erledigen, als Sie dies tun?
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8. Würden Sie gerne etwas anderes arbeiten, scheuen sich aber vor dem Wechsel, weil Sie dabei zu wenig verdienen würden?
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9. Verschicken Sie während der Arbeit private E-Mails an Kollegen?
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10. Interessiert Sie Ihre Arbeit nicht oder wenig?
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Wenn Sie vier oder mehr der zehn folgenden Fragen mit Ja beantworten, leiden Sie am Boreout-Syndrom oder sind auf dem Weg dahin.
1. Erledigen Sie private Dinge während der Arbeit?
Quelle: Philippe Rothlin, Peter Werder: Diagnose Boreout. Warum Unterforderung im Job krank macht, Redline Wirtschaftsverlag, 2007, 17,90 Euro
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Als Beispiel für einen Boreout-Fall schildert der Buchautor Peter Werder eine typische Erlebniskette: Ein Bewerber erwartet von seinem neuen Job aufgrund der Ausschreibung und des Bewerbungsgesprächs eine Position als Projektleiter mit internationaler Erfahrung. „Am Schreibtisch stellt sich aber heraus, dass Sie nicht die Projektleitung haben, sondern nur eine Unterabteilung leiten, und dass Sie auch nur manchmal ein bisschen Englisch sprechen müssen.“ Er ist quantitativ und qualitativ unterfordert. „Die eigentliche Schwierigkeit ist, zu realisieren, dass das der Grund ist, warum man am Abend müde ist.“
Auch ein Arbeitnehmer, der immer nur Teilaufgaben erledigen muss, könne an Boreout erkranken, ergänzt Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Denn aus psychologischer Sicht ist es wichtig, auch mal Erfolgserlebnisse zu haben und Dinge abzuschließen.
Nichtstun wird mit Aktionismus kaschiert
Qualitative und quantitative Unterforderung gehen laut Unternehmensberater Werder miteinander einher. Um das Nichtstun zu kaschieren verfallen nicht wenige Betroffene paradoxerweise in die Burnout-Strategie, bei der Boreout-Geplagte ihr Problem gewissermaßen ins Gegenteil umkehren und von früh bis spät im Büro sind, um Überlastung zu simulieren. Es stimmt daher nicht, dass Betroffene einfach nur faul sind. „Absoluter Blödsinn“, sagt Werder zu solchen Vorwürfen. „Wer Boreout hat, will ja arbeiten und leidet darunter, dass er es nicht kann.“
Tipps: Stress erkennen und vermeiden
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Tipps: Stress erkennen und vermeiden
2. Adlerperspektive einnehmen
Es hilft, mit Adlerblick das eigene Leben zu betrachten. Das schaffe in der Regel eine gesunde Distanz. „Dann kann man sich fragen, was man denn eigentlich im Leben erreichen will“, rät die Psychologin. Allerdings sollte das nicht wieder an einen Leistungsgedanken gekoppelt sein.
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3. Quelle des Leistungsdrucks finden
„Wichtig ist, sich zu fragen, wo die Quelle für den empfundenen Leistungsdruck liegt“, sagt Karriereberaterin Svenja Hofert. Dann gelte es nach Lösungsansätzen zu suchen. „Dann muss man sich überlegen, ob man tatsächlich den Job wechselt, man muss seine eigenen Werte hinterfragen oder sich entscheiden, nur noch Dienst nach Vorschrift zu machen.“
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4. Scheuklappen anlegen
Einig sind sich die Psychologen, dass der Mensch nur begrenzt belastbar ist. „Es ist ein frommer Wunsch, aber eine Entschleunigung des Lebens täte unserer angstmotivierten Gesellschaft sehr gut“, sagt Werner Gross. Der Psychologe rät Stressgeplagten, sich positive Scheuklappen anzulegen und nicht jedem Hasen nachzujagen. Doch auch der Fachmann weiß, dass das in der Praxis gar nicht so leicht ist.
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5. Indiz für Überforderung
„Ein klares Indiz für Überforderung ist, wenn man nicht einschlafen kann, nachts aufwacht oder zu früh aufwacht“, sagt der Psychologe Werner Gross. Da sei es wichtig, sich Ruhepausen zu schaffen. Bei manchen reiche es schon aus, vorübergehend das Handy auszuschalten.
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6. Sport treiben
Wer nach der Arbeit eine Runde joggt oder Walken geht, hat schon viel gewonnen. „Den körperlichen Prozessen ist oft schon mit Sport beizukommen, um erstmal die Stresshormone abzubauen“, sagt Karriereexpertin Claudia Schmeink.
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7. Hilfe vom Profi
Bekommt man seinen Stress selbst nicht in den Griff, sollte man sich nicht scheuen, Experten um Rat zu bitten. Langfristig sei es aber oft sinnvoll, mit professioneller Hilfe Einstellungsänderungen zu entwickeln, rät auch Psychologin Claudia Schmeink.
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1. Eigenes Handeln hinterfragen
Stress zu vermeiden, das ist natürlich leichter gesagt als getan. „Es sind ja oft die eigenen Glaubenssätze, die man meist schon als Kind mitbekommen hat, die einen zur Leistung anleiten“, gibt Psychologin Claudia Schmeink zu bedenken. Sie rät dazu, die „Antreiber“ des eigenen Handelns zu erkunden und zu hinterfragen. „Warum glaube ich, das eine oder andere schaffen zu müssen? Wie wichtig ist es mir wirklich und warum?“
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Bemerken Arbeitnehmer, dass ihr Büroalltag in diese Richtung driftet, sollten sie möglichst früh das Zepter in die Hand nehmen, rät Merkle. Eine Lösung könne Teilzeitarbeit sein, ergänzt Werder. “ Zwar gibt es dann weniger Geld, aber im Büro ist man ausgelastet, und die freie Zeit kann man woanders sinnvoller verstreichen lassen.
Bis zur Erschöpfungsdepression
Ist die Erschöpfungsdepression schon eingetreten, sollten Betroffene die Symptome ihrem Hausarzt schildern, rät Therapeut Merkle. Der schicke ihn wahrscheinlich zu einem Facharzt für psychosomatische Medizin. In einigen Fällen könne aber auch der beste Therapeut nichts mehr retten: „Manchmal hilft nur die Kündigung.“
Langweilt der Job nur hin und wieder oder sind Sie bereits vom Boreout-Syndrom betroffen? Machen Sie den Test in der Bildergalerie oben.
Die besten Strategien gegen Stress
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Die besten Strategien gegen Stress
2. Stress ist nicht nur negativ
Diese Entwicklung gilt es zu bremsen: Der Stress sollte gar nicht erst entstehen. Das heißt aber nicht, immer nur ruhig und tiefenentspannt zu sein. Eine gewisse Anspannung brauche jeder Mensch, sagt Brück. „Das ist nicht schädlich, wenn es ein gewisses Maß nicht überschreitet.“ Dieses Maß ist bei jedem anders und hängt stark davon ab, wie jemand Situationen bewertet.
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3. Das Positive immer bewusst machen
Die meisten Menschen nehmen Negatives viel stärker wahr als Positives und geraten dadurch in Stress. „Mit jedem negativen Gedanken holt das Hirn alles an Informationen und Emotionen hervor, was es dazu noch abgespeichert hat, sagt Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. Mit zunehmendem Alter werde man daher nicht entspannter, sondern gerate immer leichter in Stress. „Deshalb sollte man über negative Sachen nicht so ewig lang sprechen, sondern sich das Positive bewusst machen und die Sache lösungsorientiert betrachten.“
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4. „Kognitives Umstrukturieren“ baut Stress ab
Zum Stressabbau empfehlen Psychologen das sogenannte „kognitives Umstrukturieren“. Herzspezialist Heribert Brück illustriert es so: Wenn der Vorgesetzte mal wieder mit einer neuen Aufgabe kommt, denkt man lieber nicht, „Der will mich fertig machen“, sondern besser: „Er ist offenbar zufrieden mit meiner bisherigen Arbeit und hat Vertrauen, dass ich auch die neue Aufgabe bewältige.“
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5. Stressabbau durch Relativieren
In kritischen Momenten kann man Dinge relativieren, indem man mit Sätzen wie „Wer weiß, wozu das gut ist...“ oder „Die anderen kochen auch nur mit Wasser“ die Situation hinterfragt. Für Herzpatienten sinnvoll ist die „Stopp!“-Methode, um das Gedankenkarussell zu unterbrechen – und auch physisch eine Situation zu verlassen. Ein Arbeitnehmer sollte bei einer stressigen Sitzung daher zum Beispiel mit der Erklärung „Ich merke, dass mich das gerade überfordert“ kurz aus dem Raum gehen.
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6. Aus Stress Lehren ziehen (1/2)
Auch Mediziner und Führungscoach Jörg-Peter Schröder rät, aus Stress Lehren zu ziehen. Dazu gehört, Dinge so zu nehmen, wie sie sind und sich zu fragen, welchen Einfluss man selbst nehmen kann. Perfektionisten etwa sollten anerkennen, dass sie nicht immer alles selbst und alles richtig machen können. „Nicht zu eng mit der Aufgabe verbunden sein, Abstand zur Sache und zu sich selbst haben“, fasst Schröder das zusammen.
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6. Aus Stress Lehren ziehen (2/2)
Dabei helfen die Antworten auf diese Fragen: „Was sind die Erwartungen? Sind die Ziele realistisch? Wenn nicht, dann schraubt man die Erwartungen ganz runter.“ Ganz praktisch heißt das: eins nach dem anderen machen, erst eine Sache abschließen, nicht viele gleichzeitig erledigen wollen – und vor allem: sich grundsätzlich nicht zu viel vornehmen.
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7. Sport hilft beim Hormonabbau
Sport und Entspannungsmethoden sind dem Kardiologen Heribert Brück zufolge ein hervorragendes Mittel, um Stress loszuwerden – nicht aber, um vorzubeugen. Die Bewegung helfe, die ausgeschütteten Hormone abzubauen und den Kopf frei zu bekommen. Das hindert den Körper aber nicht daran, sie im nächsten Stressmoment erneut auszuschütten.
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1. Was sind die Symptome von Stress?
Dass man Stress hat, merkt man dem Mediziner und Führungscoach Jörg-Peter Schröder zufolge so: Es fällt schwer, sich etwas zu merken und sich zu konzentrieren, die Zunge ist trocken. Auch Denkblockaden, Muskelverspannungen, Spannungskopfschmerzen, ein zuckender Lidwinkel und Zähneknirschen können Anzeichen sein.
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