In den Himmel gehoben. Abgestürzt. Wiederauferstanden. Das ist die Kurzformel von Mickey Rourkes Leben und Karriere in den letzten drei Jahrzehnten. Jetzt bekam das "enfant terrible" seinen Stern auf dem Hollywood Boulevard. Pünktlich zur Premiere seines neuen Films: Ein 3D-Spektakel mit dem passenden Titel “Krieg der Götter”.
Dass ihn Hollywood wieder in Gnaden aufgenommen hat, schreibt Mickey nicht nur sich selbst zu. Er tippt sich an die Stirn: “Ich bin dem Arzt dankbar, der mir geholfen, all diesen Scheiß da oben in Ordnung zu bringen. Ich habe fast mein ganzes Leben gebraucht, um zu kapieren, dass ich mich wie ein Gentleman betragen muss.” Lesen Sie das ganze Interview mit der Hollywood-Ikone!
Mickey Rourke: Das habe ich dem da drüben (zeigt auf einen Bodyguard-Typen, der mit grimmiger Miene im Hintergrund steht) zu verdanken. Daniel, mein Trainer. Ehemaliger Kickboxing-Champion in Israel.
Nein, die Ärzte wollen nicht, dass ich Schläge ins Gesicht abkriege.
Soll ich Ihnen mal ein bisschen in den Hintern treten?
Nein, ich bin nicht sehr gut darin. Aber es ist eine gute Kardio-Übung.
Ein bisschen Martial Arts, gutes Ernähren und ein paar Anabolika.
Ich gebe einen Scheiß auf Hollywood. (Pause) Uuups. Das war der Mickey aus alten Tagen. (Bedächtig) Von einem gewissen Alter an verliert der Körper Testosteron. Darum habe ich ein bisschen Testosteron unter ärztlicher Aufsicht in mein Programm aufgenommen. Mein Doc sagt, dass es der Energie hilft, der Stimmung und dass dein Schwanz manchmal ein bisschen härter wird.
Fuck ja. Ich gehe unter die Dusche, denke nur daran, dass mich bald mein Agent anrufen wird und selbst da…na Sie wissen schon.
(hält sich die Hand hinters Ohr): Täglichen Begehren?
(lacht schallend): Ich muss wohl im Unterbewusstsein etwas aufgeregt sein, weil meine Freundin morgen einfliegt.
Ja, aber leider hat sie eine deutsche Persönlichkeit.
(hackt mit der Handkante auf den Tisch): Alles muss bei ihr bibababumm gehen. Ich kann nicht nach diesem Takt marschieren.
Das habe ich wegen Anastasias Eltern getan. Ich mag sie sehr. Ihr Vater arbeitet sich den Arsch ab. 6, 7 Tage die Woche. Als Taxifahrer.
In Mainz. Eine langweilige Stadt. Darum wohnen wir in Wiesbaden. Da gefällt es mir. Keine Paparazzi.
Hören Sie mir auf mit Heidelberg. Dort habe ich mich operieren lassen. Gerissener Bizeps. Die Ärzte haben meinen Arm versaut.
Hamburg. Da haben sie mich aus dem Ring gebuht. Aber ich habe mich so revanchiert (hält beide Fäuste mit erhobenem Stinkefinger hoch) und den Kampf gewonnen.
Weil ich keine Lust habe, erst mal 2,3 Tage nur küssen zu müssen. Bei einem Girl aus Russland geht es – peng – auf der Stelle zur Sache.
Ich kann nicht mehr so schnell laufen wie früher. Ich kann nicht mehr so hart schlagen wie früher. Es kommt der Tag, es kommt die Nacht, wo man nicht mehr dieselben Reflexe hat wie früher. Wenn man jung ist, glaubt man, dass das einem nie passieren wird. Aber es passiert. Das ist deprimierend für einen Mann wie mich.
Alt und krank zu werden. Allein der Gedanke daran macht mich verrückt.
Damit hat es sich. (Unterbricht sich) Moment. Wissen Sie, was meine größte Angst ist? Dass es keinen Himmel gibt.
Ich will mich da nicht rein vertiefen. Nur soviel: Wenn das hier alles war, dann ist es Scheiße. Es muss einen besseren Platz geben, wohin man nach all dem Bullshit geht.

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