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Samstag, 1. September 2012

Lady Di - Teil 6: Dianas Vermächtnis

Von ANNE-KATTRIN PALMER

Wie würde Diana heute wohl aussehen? Hätte sie immer noch diese blonde, fluschige Föhnfrisur, die dunkel mit Kajal umrandeten Augen?

Heute wäre sie 51 Jahre alt, vielleicht wieder verheiratet, vielleicht nicht. Aber bestimmt immer noch auffallend hübsch und elegant.

Rückblick. Das Jahr 2010. Die Briten versinken wieder mal im Hochzeitsrausch. Prinz William will seine Kate heiraten – beide kennen sich seit der Studienzeit. Romantik pur für die adelstreuen Briten, die auf ein Märchen hoffen, diesmal aber auf eins mit Happy End. Bei der offiziellen Verlobung im November trägt Kate das eine, besondere Schmuckstück: Dianas blau funkelnden Saphir-Verlobungsring von 1981.

„Das war meine Art, dafür zu sorgen, dass meine Mutter das heute nicht verpasst“, erklärt William, die Nummer zwei in der britischen Thronfolge, stolz. Der Ring bedeute ihm sehr viel, ebenso wie Kate. Es sei darum nur richtig, dass die beiden nun zusammenkämen.

Taschentuch-Alarm!

Die Briten seufzen auf. Auch weil Catherine Elizabeth „Kate“ Middleton genauso schüchtern lächeln kann, weil sie ebenso diesen kecken Mädchenblick beherrscht.

Die Welt hat eine neue Diana. Am 29. April 2011 geben sich Prinz William und die Millionärstochter Kate Middleton in der Westminster Abbey das Jawort.

In der Kirche hatten 1947 Williams Großmutter, die heutige Königin Elizabeth II., und Prinz Philip geheiratet. Ein halbes Jahrhundert später wurde dort der Trauergottesdienst für Prinzessin Diana abgehalten.

Es ist eine Traumhochzeit. Und die ganze Welt feiert mit. Es gibt Tassen, Teller, Wimpel und weitere Souvenirs mit dem Brautpaar. Und natürlich ganz viele Vergleiche mit jener Traumhochzeit 1981, als Diana in der gläsernen Kutsche durch London fuhr.

Ihre Söhne sind Dianas Vermächtnis.

Da ist der inzwischen ruhig gewordene Prinz William(30), der Schwiegermutterliebling, der aus Liebe geheiratet hat, der sich nicht vorschreiben lassenwollte, welch andere, royale Partie er besser hätte machen sollen, der eine „Bürgerliche“ ehelichte.

Ja, so ist das inzwischen bei Königs. Das starre Korsett hat sich gelockert.

Auch an anderen europäischen Adels-Höfen sind „Außenseiter“ willkommen. Siehe Laetizia von Spanien, Mette Marit von Norwegen, die sogar ein Kind mit in die Ehe brachte. Diana hätte sich in dieser Gesellschaft wohler gefühlt. Und da ist natürlich auch noch Prinz „Wildfang“ Harry (27). Kürzlich tobte er durch einen Pool in Las Vegas, dann ließ er sich beim Strip-Poker fotografieren und von einer unbekannten Blondine umarmen. Daraufhin gab ihm seine – ebenfalls blonde – Freundin Cressida Bonas den Laufpass.

Die Queen war ebenfalls „not amused“. Jetzt bekommt ihr Enkel zum x-ten Mal neue Leibwächter, die ihn zähmen sollen. Heute ist Harry das schwarze Schaf der Familie, genauso wie damals seine Mutter.

Überhaupt gibt es viele Parallelen. Schon als Kind war Harry rebellisch, streckte Paparazzi die Zunge raus und trampelte mehr als William durchs Leben. Okay, die „Prinz-Harry-in-Nazi-Uniform-Nummer“ hätte er sich wirklich sparen können. Harry war ein absolutes Mama-Kind. Wie sehr muss er unter dem frühen Tod von Diana gelitten haben! Er sprach erst 2007 über seinen Verlust, kämpfte mit den Tränen und sagte: „Es war unbeschreiblich schrecklich und traurig. Sie war einfach die beste Mutter in der Welt. Sie war unser Schutzengel, Freund... Wir vermissen sie.“

Jetzt – nach dem Nackedei-Skandal – hat Harry Schutz von einer der besten Freundinnen seiner Mutter bekommen, von Rosa Monckton: „Er ist nicht verheiratet. Er hat ein absolutes Recht auf ein Privatleben. Er hat nichts Falsches oder Unmoralisches getan.“ Und sie fügt hinzu: „Seine Mutter fand immer, dass es einen Unterschied zwischen ihrem Privatleben und ihrem öffentlichen Leben geben sollte ...

Harry hat einen Vollzeitjob und arbeitet als Vollzeitmitglied beim Militär. Die sollen sich mal alle beruhigen!“ Ja, die sollen sich mal beruhigen. Machen sie auch. Denn William und Harry machen vor allem eins sehr gut: Sie setzen das fort, was ihre Mutter begann – sich für die Armen und Kranken dieser Welt zu engagieren. Im Jahr 2007 besuchte Harry die dreijährige Eufrafina in Angola. Sie ist die Tochter von Sandra Tigica, die Diana 1997 besucht hatte.

Es ist ein rührendes Bild. Die beiden Prinzen sind unentwegt auf Charity-Tour. Und auch der inzwischen mit Camilla verheiratete Papa Charles engagiert sich immer mehr – und zwar für den Umweltschutz. Diana wäre stolz auf ihre Sprösslinge gewesen, sie hätte vielleichtmädchenhaft gelächelt und die Welt mit einem trauerumflorten Blick verzückt. Wer weiß.

Eines aber ist sicher: In vielen Herzen lebt Diana weiter.

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