Endlich wieder „Popstars“! Die mittlerweile zehnte Staffel des Casting-Dinosauriers wartet vor allem mit einer hochinteressanten Jury auf. Popstars-Urgestein Detlef D! Soost hat seine alten Weggefährten Lucy Diakovska, Ross Antony und Senna Guemmour um sich geschart – allesamt einst selbst durch die Show-Retorte geborene Branchen-Größen.
Aber wie tickt die Jury, die offenkundig wissen muss, was es braucht, um ein echter Popstar zu werden? Wir haben genau hingesehen.
D!: Erklär-Bär mit Silberrücken
Mit dem Alter kommt die Weisheit. Und da auch D! mit der Zeit geht, hat er sich passend zur neuen Rolle auch ein neues On-Screen-Image verpasst.
Der einst geifernde Drill-Instructor ist zum väterlichen Erklär-Bär mutiert – ohne dabei jemals auf seine genetisch vorherbestimmte Chef-Rolle verzichten zu wollen. Der sanftmütig gewordene Silberrücken spricht seine Kandidaten in betont langsamen Worten an, untermalt für die etwas... schwerhörigeren Problemfälle alles auch gerne mit gestenreicher Pantomime.
Um seine Vielschichtigkeit zu betonen, lässt der passionierte V-Ausschnitt-Träger die Möchtegern-Sänger wissen: „Ich bin sensibel. Aber ich bin auch ein Arschloch.“ Beweis gefällig? Freak-Kandidat Arne (30) aus Köln bekam im ersten Durchgang von allen Jury-Mitgliedern peinliche 0 Punkte. Aber D! bewies Herz: „Du kommst hier her und darfst Respekt verlangen. Ich gebe dir Respekt: 1 Punkt.“ Als Arne aber weitermotzte, musste ihn D! knallhart anherrschen: „Es reicht jetzt. Raus hier und zwar sofort.“
Senna: Staunende Beraterin
Berühmt wurde sie durch freche Sprüche und ein loses Mundwerk. Letzteres benutzt Senna jetzt aber weitestgehend nur noch dazu, um es beim Staunen offenstehen zu lassen. Senna mimt den Part der verständnisvollen Beraterin in der Popstars-Jury. Die sich außerdem gerne und oft von den tragischen/lustigen/lähmenden Einzelschicksalen der Kandidaten beeindrucken lässt.
Sie weiß: „Popstars bietet dir eine gute Beratung. Wenn du alles verstehst, was wir dir sagen, wirst du 100-prozentig erfolgreich.“ Vielleicht irgendwann sogar so erfolgreich, dass DU selber in der Popstars-Jury 2015 sitzen darfst. DA würde Senna sicherlich... staunen.
Ross: weinerliche Mutti
Was soll man schon erwarten, wenn man Ross Antony an ein Jury-Pult setzt? Der feschfrisierte Ex-Bro'Sis-Zappelphilipp tat das, was er immer tut, wenn die TV-Kameras auf ihn gerichtet sind: Er weinte. Wie eine fürsorgliche Mama es halt so macht.
Ross spielt bei Popstars die affektierte Mutti (was er auch selber so gesagt hat), die mit ihren Urteilen arme kleine Küken vor der bösen, weiten Welt schützen will. Die zarte, 17-jährige Zahnspangenträgerin Kimberley etwa wollte er nicht weiterkommen lassen: „Ich will dir dieses harte Business nicht antun.“
Glücklicherweise hat Mama Ross den strengen und gerechten Papa D! neben sich sitzen, der derartige Fehlentscheidungen korrigiert: „Ross, du bist doch selber ein Kämpfer. Soll ich mich jetzt schämen, weil ich dir damals das Business zugemutet habe? Nein, ich bin stolz auf dich!“ Mama ließ sich einwickeln, Kimberley kam weiter. Fortsetzung folgt.
Lucy: Expertin ohne besondere Eigenschaften
Schwer ist das Los, sitzt man neben drei Hochkarätern am hochwertigst besetzten Jurypult der deutschen Fernsehlandschaft. Das merkt gerade wohl auch Ex-No Angel Lucy.
Um dem farblos wirkenden Rotschopf zumindest den Anschein einer interessanten oder eigenständigen Persönlichkeit zu geben, wurde Lucy zuweilen von Jury-Boss D! als „unsere Stimmen-Expertin“ bezeichnet. Was sie – im Gegensatz zum Rest des Grinse-Quartetts – dazu qualifiziert, sei mal dahingestellt.
Lucys wohl herausstechendstes Merkmal ist also genau das, was sie schon bei den „No Angels“ einst auszeichnete: dass sie keinerlei herausstechende Merkmale hat. Sieht man mal von der Haarfarbe und der weiterhin leicht holprigen Aussprache ab. Aber man muss ja nicht sprechen können, um „Stimmenexpertin“ zu werden.
Dass Lucy dafür aber ganz prima singen kann, bewies sie zur Genüge – immerhin erbarmte sie sich ein ums andere Mal, den Kandidaten vorzusingen, wie ihr ausgewähltes Lied denn bitteschön zu klingen habe. Eine echte Expertin halt.

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