Montag, 20. Februar 2012
Während die BVG streikte

Sprayer gingen frisch an die Arbeit


Während die BVG streikte, gingen Sprayer frisch an die Arbeit

Kaum fährt die U-Bahn nicht, kommen die Sprayer: Über 12 Meter erstreckt sich die Schmiererei am Bahnhof Biesdorf-Süd.

Berlin –  

Der BVG-Warnstreik machte den oberirdischen U-Bahnhof Biesdorf-Süd bunt: Zwei Jungs kletterten am Sonnabend wegen der ausbleibenden Züge der U 5 ungefährdet aufs Gleis sprühten ein 12 Meter langes Graffito auf die Mauer unter der Bahnsteigkante. Langanhaltende Freude hatten sie daran nicht: Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes fingen die Künstler-Knaben (14, 15) ein, und es gab eine Anzeige wegen Sachbeschädigung.

Die Schmiererei dürfte aber das geringste Problem sein, das die BVG hat: Heute treffen sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaften zur 7. Verhandlungsrunde in der BVG-Zentrale. Nach wie vor geht es um zwei Kernfragen: Umfang der Gehaltserhöhungen und Geltungsdauer des Tarifvertrags.

Interview mit Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen

KURIER: Warum quälen Sie die BVG-Fahrgäste so?

Stumpenhusen: Wenn sich am Verhandlungstisch nichts mehr bewegen lässt, ist ein Warnstreik das einzige und auch zulässige Mittel. Damit sollen nicht die Fahrgäste gequält, sondern der Arbeitgeber zum Einlegen gebracht werden. Die Verantwortung für einen Streik liegt niemals allein bei der Gewerkschaft.

Zuletzt boten die Arbeitgeber 5,1 Prozent mehr, über drei Jahre gestreckt in Etappen von 2,3, 1,3 und 1,5 Prozent. Das liegt unterhalb der von den Gewerkschaften erwarteten Inflationsrate, so dass die 12 600 BVGer real einen Einkommensverlust hätten. Die Gewerkschaften verlangen außerdem, dass der Tarifvertrag nur zwei statt drei Jahre gelten soll.

Wegen der ausbleibenden Einigung hatten die Gewerkschaften am Sonnabend zu einem 15-Stunden-Warnstreik aufgerufen. Ob sich weitere Warnstreiks z. B. an normalen Werktagen anschließen werden, hängt vom heutigen Tag ab. Die Tarifkommission von Verdi wird dann gleich am Abend zusammentreten, um Konsequenzen aus den Verhandlungen zu ziehen. GL

Ha-Ho-He, Drängel BSC

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Das BVG-Streik-Chaos

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