Er wollte einen Berliner mit zwei Freunden ausrauben und wurde von seinem Opfer in Notwehr erstochen: der gerade mal 18-jährige Max H. (KURIER berichtete). Jetzt greift seine beste Freundin Janin den 43-jährigen Messerstecher scharf an.
„Das es blöde gelaufen ist, wissen wir alle. Aber immerhin hat der 43-Jährige das Leben eines 18-Jährigen kaputt gemacht“, klagt die Angestellte eines Sonnenstudios an. Dass der 43-jährige Peter O., der vor einer Woche von Max H. und zwei Komplizen überfallen wurde und Max daraufhin mit einem Stich in die Herzgegend tötete, in Notwehr gehandelt haben soll, davon gehen zwar Polizei und Staatsanwaltschaft aus.
Janin will das jedoch nicht glauben. Sie sagt: „Wenn es Notwehr gewesen sein sollte, dann aber nicht in der Nähe eines Herzens! Hätte der Kerl wenigstens einen Funken Grips im Kopf, hätte er nicht in die Nähe des Herzens gestochen.“ Zudem sei es auch „nicht normal, ein Messer mit herum zu führen, vor allem ohne Waffenschein! Pfefferspray ist was, was man bei sich tragen kann.“
Tatsächlich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Peter O. weil der ein Einhandmesser mit sich führte. Doch der Fakt der Notwehr „bleibt davon unberührt“, so ein Sprecher. Natürlich habe Peter O. das Recht gehabt, sich zu wehren, sagt Janin, aber „eben so, dass Max daraus gelernt hätte. Wie sollen Tote bitte lernen? Ein 43-jähriger Erwachsener hätte auch anders handeln und sich wehren können. Der soll sich mal Vorwürfe machen, was er angerichtet hat! Und was er der Familie von Max angetan hat!“
Durfte nach der Vernehmung durch die Polizei gehen: Peter O. (Name geändert), der offensichtlich in Notwehr gehandelt hatte.
Foto: Körner
Brave Frisur und ordentliches Hemd: Auf den ersten Blick wirkt Max H. wie der brave Junge von nebenan. Doch der 18-Jährige war ein brutaler Schläger und Räuber.
Foto: zVgUnd überhaupt trage ihr Max (der als Gewalttäter polizeibekannt und zum Zeitpunkt des Überfalls auf Bewährung war) nicht die Alleinschuld an seinen kriminellen Taten, findet Janin. „Deutschland hätte eben anders reagieren müssen, selbst an der Kriminalität sind die Schuld. Die setzen Jugendliche nur auf Bewährung oder geben Sozialstunden, statt einen gleich in die Zelle zu transportieren. Dann hätte man schneller aus seinen Fehlern lernen können.“

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