Bernd H. staunte nicht schlecht, als ihm eine Rechnung ins Haus flatterte. Der Kioskbesitzer aus Pankow sollte stattliche 569,06 Euro für die Registrierung auf der Internetseite gewerbeauskunft-zentrale.de bezahlen. Eine glatte Abzocke!
Bernd H. ließ sich auch von der kurzen Frist, drohenden Mahnungen und Zusatzzahlungen nicht einschüchtern und zahlte nicht. Anders als viele Geschädigte bundesweit, die sich vom amtlich wirkenden Anschreiben beeindrucken ließen.
Über 5000 Gewerbe allein aus Berlin sind auf dem dubiosen Gewerbe-Suchportal gelistet. So wie Jutta Fuchs aus Tegel, die seit fast drei Jahren mit der Düsseldorfer „GWE Wirtschaftsinformations GmbH“ im Clinch liegt. „Ich habe den Vertrag angefochten, bekomme aber ständig neue Mahnungen und Rechnungen“, schimpft die geneppte Apothekerin.
Um Daten- und Gelddiebstahl zu vermeiden, sollte man vermeintliche Bank-Mails löschen, die zu einer Eingabe von PIN und TAN auffordern. Das machen Banken nämlich nicht – und doch fallen viele auf solche Betrüger-Mails herein. Allein 2011 wurden so über 65 Millionen Euro abgezockt. Ein Experte von der Postbank verrät aktuelle Betrüger-Tricks:
Eine unangenehme, aber durchaus funktionierende Lösung ist eine Klage gegen den Online-Branchendienst. Zahlreiche Verfahren sind am Düsseldorfer Amtsgericht gegen die GWE schon geführt worden. Immer bekamen die Kläger recht, mussten die Daten von ihrer Webseite löschen und Gelder zurückzahlen.
In jedem Fall sollten Geschädigte keine Rechnungen der GWE bezahlen, die noch ein zweites Branchen-Portal unter gwe-wirtschaftsinformation.de betreibt, und sich stattdessen anwaltliche Hilfe holen. KUZ

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