Ein junger Mann albert mit einer hübschen Blondine herum, macht Faxen, genießt sein Leben. Doch der fröhliche Schein trügt – derselbe junge Mann soll seine erst sieben Monate alte Tochter so schwer misshandelt haben, dass sie mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus kam (KURIER berichtete). Am Donnerstag starb das kleine Mädchen.
Tim V. tötete seine Lena in einem bereuten Wohnprojekt in Schöneberg. Die Mutter war während der Misshandlungen nicht da.
Foto: zVg„Am Mittwoch hatten die behandelnden Ärzte den Hirntod bei dem Mädchen festgestellt“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Und weiter: „Gestern entschieden sie, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden.“
Vor mehr als einer Woche war die kleine Lena ins Krankenhaus gekommen, nachdem ihr Vater, der erst 17-jährige Tim V., die Feuerwehr alarmiert hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass „er das Kind so heftig geschüttelt hat, dass es ein Schütteltrauma erlitt“. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. Aufgrund seines jugendlichen Alters bleibt Tim V. jedoch vorerst auf freiem Fuß.
Weshalb der Junge so ausrastete, ist unklar. Klar hingehen: Es war nicht das erste Mal, dass Tim seine Tochter misshandelte. Die lebte mit ihrer 18-jährigen Mutter in einem betreuten Heim in Schöneberg – und hier sollen immer wieder Misshandlungsspuren an dem winzigen Körper aufgefallen sein. Drei Wochen vor dem 5. September, dem Tattag, sollen sich die Indizien auf körperliche Übergriffe schließlich gehäuft haben. Das Jugendamt Neukölln erhielt nach eigenen Angaben am 29. August per Fax die Information, dass die Betreuer blaue Flecken bei dem Kind festgestellt hätten. Daraufhin habe es Absprachen über regelmäßige Körperkontrollen bei Lena gegeben. Zudem sollte Tim V. nicht mehr alleine mit Kind und nicht über Nacht bleiben.
Der Verein habe aber laut Jugendamt „nicht sichergestellt, dass der Vater nicht allein mit dem Kind ist.“ Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD): „Als erste Konsequenz wurden zwei Mitarbeiter des Wohnprojekt-Trägers entlassen.“
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