Klaus Maurischat fischt wie ein gefräßiger Hai im Ozean nach halbseidenen Finanzjongleuren und Wirtschaftskriminellen. Schnappt er Betrügerisches auf, veröffentlicht er die Recherchen auf seinem Internetportal GoMoPa.net. Klar, dass so einer Feinde hat – die jetzt offenbar Auftragsschläger anheuerten.
Dienstagmittag, kurz vor zwei. Mit einem Mitarbeiter will Maurischat – über seine Enthüllungen stolperte unter anderem Verbraucherschutzsenator Michael Braun – in sein Büro am Tempelhofer Ufer. Auf der Möckernbrücke passieren beide zwei Männer in schwarzen Klamotten, scheinbar arglos gucken die auf den Landwehrkanal. Plötzlich geht alles ganz schnell: Einer der beiden dreht sich um, krachend landet die rechte Faust im Gesicht des GoMoPa-Präsidenten. Der 125-Kilo-Koloss taumelt und fällt. „Das war ein Profi-Schläger. Diese Wucht. Diese Präzision. So einfach kann man mich nicht umhauen“, so Maurischat gegenüber dem KURIER.
Doch der Angriff ist noch nicht vorüber. Der Boxer tritt dem am Boden liegenden Geschäftsmann mit seinem Stiefel ins Gesicht und flüchtet, der zweite schwarz Gekleidete prügelt unterdes mit einem Quarzhandschuh auf Maurischat ein. Ein dritter Vermummter versetzt dem mittlerweile stark blutenden Überfall-Opfer einen gezielten Tritt gegen den Hals.
Maurischat: „Der wartete hinter einer Weide, bis seine beiden ,Freunde’ mit mir fertig waren. Er wirkte wie eine Absicherung. Das waren keine herkömmlichen Straßenschläger.“ Doch wer steckt hinter der feigen Attacke?
Die Polizei hat bei einem Pärchen aus der Berliner Neonazi-Szene rund 1500 Aufkleber mit rechten Parolen beschlagnahmt. Der 23-jährige Mann und seine 22 Jahre alte Freundin waren zuvor beobachtet worden, wie sie die Sticker im Ortsteil Johannisthal an Verkehrszeichen und Hinweistafeln klebten. Weil sich die Parolen nicht richtig entfernen ließen, wurden die beiden der Sachbeschädigung beschuldigt. Wie die Polizei am Samstag weiter mitteilte, erwirkte sie daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss und beschlagnahmte die Aufkleber und andere Beweismittel. Der Mann steht im Verdacht, seit dem vergangenen Herbst für mehrere rechtsmotivierte Sachbeschädigungen verantwortlich zu sein.
Fakt ist: Der streitbare Maurischat bringt betrügerische Unternehmer mit seinen Meldungen über deren dubiose Machenschaften um Millionenumsätze. „Solche Leute scheuen dann nicht, ein paar Tausend Euro in eine Schlägerbande zu investieren, um mich einzuschüchtern.“ Doch der gebürtige Niedersachse kennt keine Angst. Schon einen Tag nach der Attacke saß er mit gebrochener Nase, Gesichtsprellungen und blauen Flecken wieder im Büro.

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