Polizei&Prozesse
Exklusiv und aktuell berichten KURIER-Polizeireporter von den Brennpunkten der Kriminalität in der Hauptstadt und aus den Gerichtssälen

Berliner KurierBerlin Polizei&Prozesse
Montag, 30. Juli 2012

Rechtsaußen-Partei: Proteste gegen Salafisten: Wie gewalttätig wird diese Demo, Herr Henkel?

Von MIKE WILMS

Die Polizei hatte beim Aufeinandertreffen von Salafisten  und Rechten in Solingen alle Hände voll zu tun.
Die Polizei hatte beim Aufeinandertreffen von Salafisten und Rechten in Solingen alle Hände voll zu tun.
Foto: dapd
Berlin –  

Wenn Extremisten aufeinander treffen, droht ein Ausbruch der Gewalt: Mitte August will die Rechtsaußen-Partei Pro Deutschland vor Moscheen der islamistischen Salafisten protestieren – auch in Berlin. Innensenator Frank Henkel (CDU) ist alarmiert: Bei ähnlichen Aktionen kam es in Bonn zu blutigen Krawallen mit verletzten Polizisten.

Der Blick des Senators richtet sich auf Wedding und Neukölln. Dort gibt es je eine Moschee, in der laut Verfassungsschutz auch Salafisten aktiv sind. Sie halten sich für „Vertreter des wahren Islam“, 100 der 350 Berliner Salafisten gelten als gewaltbereit. Mit ihren provokanten Koran-Verteilungen (KURIER berichtete) sind sie besonders rechten Islamfeinden ein Dorn im Auge.

Deren geplante Aktionstage am 18. und 19. August hält Senator Henkel für „eine durchschaubare Inszenierung“. Offenbar will Pro Deutschland Mohammed-Karikaturen zeigen – und so die Salafisten zu Gewalt anstacheln. Auseinandersetzungen wie in NRW möchte Henkel auf jeden Fall verhindern. Er sagt klipp und klar: „Das werde ich nicht dulden!“

Berlins Innensenator Frank Henkel
Berlins Innensenator Frank Henkel
Foto: dpa

Die Polizei sei bestens vorbereitet. Sie soll die Gruppen trennen und im Ernstfall unnachgiebig vorgehen. Was Frank Henkel als Botschaft an alle versteht, „die auf Intoleranz, Hetze und Hass aus sind – ganz egal von welcher Seite“. Natürlich sei das Zeigen der Mohammed-Karikaturen provozierend. Aber: „Das rechtfertigt keine Gewalt.“

Obwohl Henkel offenbar ein klares Gefahren-Potenzial sieht, könne es kein Verbot der Pro-Deutschland-Aktionen geben. Es kämen allerhöchstens räumliche Auflagen infrage. Zwar lehnt er die „auf Verletzung religiöser Gefühle gerichteten“ Proteste rundheraus ab. Aber solange es nicht zu Straftaten kommt, gehe die Meinungsfreiheit klar vor.

Auch interessant
Weitere Meldungen aus dem Bereich Polizei&Prozesse
Streit eskaliert

Rund 20 Männer haben am späten Dienstagabend mit Schlagstöcken und einer Machete auf einen Sportwagen in Berlin-Wilmersdorf eingeschlagen.   Mehr...

Polizisten sichern die Unfallstelle auf der A2.
Auf der A2

Bei einem schweren Unfall auf der A2 in Richtung Hannover ist gestern früh ein Mensch verletzt worden.   Mehr...

dpa/archiv
Trabi-Fahrer im Vollrausch

Bei einer Verkehrskontrolle in Mitte hat ein betrunkener Trabi-Fahrer in der Nacht zum Dienstag einen Polizisten leicht verletzt. Wie die Polizei mitteilte, war der 24-Jährige durch seine Fahrweise aufgefallen  Mehr...

Polizei&Prozesse
Gigantischer Ausblick auf den Alex.

Verstehen Sie Berlin wirklich? Testen Sie jetzt Ihr Wissen mit 25 klugen Fragen.

Blog von Polizeireporterin Claudia Keikus - Thriller, Tod & Teufel
Blaulichtkurier
Anzeige
KURIER auf Facebook
Berliner Jobmarkt
Berliner KURIER
Noch mehr Bildung und Allgemeinwissen

Hier geht's zu noch mehr Bildung und Allgemeinwissen.