Peter R. (40) hält sich ein unbeschriebenes Blatt Papier vors Gesicht, als er Dienstagfrüh den Potsdamer Gerichtssaal betritt. Seine vom Feuer vernarbte Hand kann er nicht verbergen. Sie zündete das Feuer, durch das seine Töchter Sofie (9†) und Marie (10†) bei lebendigem Leib verbrannten.
„Er wollte mit seinen Kindern sterben, aber sein Überlebenswille war größer“, entschuldigt der Anwalt des Dänen die abscheuliche Tat. Es war offenbar reine Selbstsucht, die Peter T. dazu trieb. Er gönnte die Mädchen nicht seiner Frau, die nach der Scheidung das Sorgerecht bekommen sollte.
Die Anklage wirft dem Vater aus Nordjütland (Dänemark) zweifachen Mord vor. Sofie und Marie starben im August 2011 in einem Waldstück nahe der Autobahn Hamburg-Berlin. Auf der Rückfahrt von ihrem letzten gemeinsamen Urlaub hatte sich Peter. T. zum Mord an seinen Kindern entschlossen. Es war gegen 3 Uhr, als er die auf der Rückbank seines Wagens angeschnallten und zuvor mit Schlafmitteln betäubten Mädchen in Brand steckte. Sie starben an den Folgen einer Rauchgasvergiftung und Verbrennungen vierten Grades.
Erst schien alles wie ein dramatischer Unfall (KURIER berichtete). Dann wurde bei der toxikologischen Untersuchung der Überreste der Kinder das Betäubungsmittel entdeckt. Der Todes-Vater Peter T. kam in Untersuchungshaft.
Gestern konnten ihm die Richter noch nicht den Prozess machen. Eine beisitzende Kollegin war erkrankt. Die Verhandlung wurde nach der Anklageverlesung auf den 1. März vertagt.
Neben der Staatsanwaltschaft klagt auch die ebenfalls in Dänemark lebende Mutter der verbrannten Kinder gegen ihren Mann. Sie wird am 22. März als Zeugin aussagen. KEI

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