Es ist ein Sumpf! Der Missbrauchsskandal bei der Parkeisenbahn weitet sich immer mehr aus. Am Dienstag wurde Daniel P. wegen 47 Fällen verurteilt (KURIER berichtete). Doch inzwischen gehen die Ermittler von insgesamt sieben Tätern aus, die sich an den kleinen Eisenbahnern vergangen haben sollen.
Daniel P. (26) war nicht der erste, der wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen verurteilt wurde. Am Mittwoch wurde bekannt, dass bereits am 7. Juni der ehemalige Betriebsleiter der Parkeisenbahn, Gunnar L. deswegen neun Monate auf Bewährung bekam (Az. 259 Cs 196/11). Der 37-Jährige hat sechs Sex-Übergriffe gestanden. Auf Kinder, die sich nichts sehnlicher wünschten, als bei der kleinen Bahn dabei zu sein. Die als Schrankenwärter oder Zugschaffner anfingen, später Fahrkartenverkäufer oder Zugmelder wurden und mit 18 vielleicht sogar Lokführer.
Rund 90 Kinder und Jugendliche unter 18 verbringen ihre Freizeit bei der Parkeisenbahn. Sie werden von etwa genauso vielen Erwachsenen ehren- oder hauptamtlich betreut. Und sieben Männer, davon sechs ehrenamtliche Parkeisenbahner, sollen sich an den Kleinen vergangen haben! L. und P. wurden verurteilt. Beide auf Bewährung, beide sind auf freiem Fuß. Gegen vier weitere hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, eine weitere Anklage gegen einen Beschuldigten wird vorbereitet. Einer der mutmaßlichen Täter soll um die 40 Jahre alt sein, die anderen zwischen 25 und 30.
Wie perfide! Einige von ihnen sollen gemeinsame Sache gemacht, sich möglicherweise sogar Jungen „geteilt“ haben. Auch Täter Daniel P. soll im Verfahren angegeben haben, einst Opfer gewesen, als Kind missbraucht worden zu sein. Was kommt da noch alles bei der kleinen Bahn zu Tage?
KE., SEY

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