Sie wollten einen scheinbar harmlosen Passanten überfallen, ihm mit Gewalt sein Geld und sein Telefon rauben. Doch ihr Opfer war nicht wehrlos und verteidigte sich entschlossen mit einem Messer. Jetzt ist einer der jungen Angreifer tot. Aus dem Leben gestochen bei einem misslungenen Raubüberfall.
Die Hechelstraße in Reinickendorf, es ist Samstagabend. Peter O. (Name geändert) ist gegen 23 Uhr auf dem Weg zu einer nahe gelegenen Videothek, er möchte sich einen Film ausleihen und den Rest des Abends gemütlich vor dem Fernseher verbringen. Plötzlich steht er drei jungen Männern (alle 18) gegenüber. Das Trio hat beschlossen: Den rauben wir aus!
„Als sich der 43-Jährige weigerte, sein Bargeld herauszugeben, wurde er von den Männern umringt“, so ein Polizeisprecher. Und weiter: „Schließlich versuchte einer der Angreifer, den 43-Jährigen mit Tritten zu Boden zu bringen.“ Was die Räuber nicht wissen: Peter O. trägt ein Messer bei sich. Und das zieht er plötzlich! Dann geht alles ganz schnell. Im Gerangel sticht Peter O. einen der Räuber mit dem Messer in den Oberkörper, der 18-Jährige geht blutüberströmt zu Boden.
Als seine beiden Komplizen das Blut sehen, hören sie auf, Peter O. zu attackieren, stehen wie angewurzelt da und rühren sich nicht. Überfallopfer O. hingegen weiß, was zu tun ist: Er zieht sein Handy aus der Tasche und alarmiert sofort Polizei und Feuerwehr.
Brave Frisur und ordentliches Hemd: Auf den ersten Blick wirkt Max H. wie der brave Junge von nebenan. Doch der 18-Jährige war ein brutaler Schläger und Räuber.
Foto: zVgZwei junge Mädchen, die alles aus einem nahe gelegenen Café beobachtet haben, stürmen auf die Straße und versuchen, dem 18-Jährigen zu helfen, bis der Notarzt eintrifft. Doch vergebens: Peter O. hat den jungen Räuber mit einem Stich in die Herzgegend so schwer verletzt, dass er noch in der Nacht stirbt.
„Die haben mich angegriffen, ich musste mich doch wehren“, soll Peter O. immer wieder gesagt haben. Die Polizei nimmt ihn und die beiden 18-Jährigen fest, verhört alle drei bis Sonntagmittag. „Da aufgrund der bisherigen Ermittlungen davon auszugehen ist, dass es sich bei dem tragischen Vorfall um eine Notwehrsituation handelt, wurde der 43-Jährige vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt“, so einer der Fahnder.
Dennoch wird gegen den 43-jährigen O. wegen Totschlag, gegen die beiden 18-Jährigen wegen räuberischer Erpressung ermittelt. Sowohl sie als auch ihr erstochener Komplize sind der bei Polizei bereits wegen ähnlicher Gewalttaten bekannt.

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