Fahnder der Polizei transportieren Kisten mit möglichem Beweismaterial ab.
Sie kamen in den frühen Morgenstunden: 150 Ermittler der Berliner Polizei und der Staatsanwaltschaft durchsuchten am Dienstag zwei Helios-Kliniken in Buch, ein Büro und neun Privatwohnungen. Gegen 14 Ärzte und hochrangige Mitarbeiter besteht der Verdacht des Abrechnungsbetruges.
„Mehrere Mediziner werden verdächtigt, seit 2008 ambulante Leistungen für gesetzlich Versicherte abgerechnet zu haben, obwohl sie diese nicht wie vorgeschrieben selbst erbracht haben“, erklärt die Staatsanwaltschaft. Und weiter: „Stattdessen wurden die Leistungen von dafür nicht qualifizierten, nicht dafür zugelassenen Ärzte oder Assistenzärzten erbracht.“
Die Ermittlungen richten sich momentan gegen „mehrere Geschäftsführer der Helios-Kliniken GmbH, der Poliklinik am Helios-Klinikum Buch GmbH sowie gegen verschiedene Ärzte und Chefärzte“, so der Sprecher weiter. Allerdings stünde man erst am Anfang der Ermittlungen. Auch die Höhe des Schadens ist noch unklar.
Aufgeflogen war der Skandal nach Hinweisen eines Mitarbeiters im März 2010, kurz nach dem DRK-Kliniken-Skandal. Der wandte sich an die Kassenärztliche Vereinigung und die an die Polizei.
Damals sollen Ärzte mit der exakt selben Masche wie im aktuellen Fall Millionen erschwindelt haben – zu Lasten der Krankenkassen. Kurz darauf wurde beim LKA die „Ermittlungsgruppe Reputatio“ gegründet. Nach den Hinweisen auf den neuerlichen Betrug hatten die Fahnder Stichproben durchgeführt und mehrere Zeugen vernommen. Am Dienstag schlugen die Ermittler dann schließlich zu.
Ob es bei den 14 Beschuldigten bleibt, ist ungewiss: Beim DRK fing es mit einer Handvoll an, jetzt ist man bei 104 angekommen.
Bei Helios ist man um Schadensbegrenzung bemüht: „Wir haben nach unserer Einschätzung alles getan, um fehlerhafte Abrechnungen zu vermeiden“, teilte ein Sprecher zerknirscht mit.
GL, SEY, PDE

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