Freitag, 18. November 2011
Monika Braun (†63)

Er wollte ihre Handtasche und nahm ihr das Leben


Überfall-Opfer Monika Braun erliegt schweren Schädelbrüchen
Moabit –  

Da schämt er sich nun. André R. (24) versteckte sein Gesicht hinter einem Packen weißem Papier, als er Freitagfrüh vor Gericht stand – wegen Raub mit Todesfolge. Doch all seine Scham wird ihm nicht viel nützen. Opfer Monika Braun (†63) starb sechs Tage nach dem brutalen Überfall. Vier Jahre war André H. ein Phantom, am 18. Mai diesen Jahres hat ihn die Polizei endlich geschnappt.

Es ging um eine Handtasche mit läppischen 50 Euro. Die paar Scheine hatte Monika Braun dabei, als sie am 7. September 2007 von ihrer Arbeit im Metro-Großmarkt kam. Es war stockfinster. Geschafft vom Spätdienst stieg die Kassiererin um 22.35 Uhr an der Genslerstraße aus der Tram M6. Ein junger Mann mit auffälligen Kinnbart soll sich an diesem Abend auf dem Parkplatz vor ihrem Haus an der Landsberger Allee 261 rumgetrieben haben.

Zeugen beschrieben ihn später. Ob allerdings Monika Braun ihn auch sah, weiß niemand. Er griff nach ihrer braunen Tasche. Monika B. schrie um Hilfe, sie wehrte sich auch. Der Staatsanwalt: „Er stieß sie kräftig gegen den Oberkörper, während er zugleich kraftvoll an der Tasche zog.“ Die Mutter von zwei Kindern klammerte sich an den Riemen. Sie verlor den Halt, krachte mit dem Kopf auf einen Poller, erlitt Schädelbrüche. „Der Anblick war schlimm“, sagte ihre Tochter Manuela (45) damals.

„Ich konnte meine Mutter nur noch an den Händen erkennen. Das werde ich nie vergessen können.“ Die Familie betete sechs Tage lang – vergebens. Monika Braun starb am 13. September 2007.

Mehr dazu

Der grausame Räuber wurde mit einem Phantombild gejagt. Dabei geriet André R. ins Visier der Ermittler. Doch die Indizien und die Zeugenaussagen reichten nicht für eine schnelle Festnahme aus.

Die Ermittler der Kripo ließen aber all die Jahre nicht locker, luden André R. dessen Freunde und Bekannte immer wieder vor. Ende 2010 setzten sie sogar Spezial-Spürhunde ein. Die sollen die Beamten zu R. geführt haben.

Die Handfesseln klickten am 18. Mai diesen Jahres . Ein 15-stündiges Verhör. André R. gestand pauschal, widerrief später. Sein Verteidiger mit massiven Vorwürfen: „Er wurde unter Druck gesetzt, mit verbotenen Methoden zur Aussage gebracht.“ R. soll vermindert intelligent sein. Er habe falsch gestanden, um seine Ruhe zu haben. Der Prozess geht im Dezember weiter. KE., KEI

Auch interessant
Anzeige
Weitere Meldungen aus dem Bereich Polizei&Prozesse
Kennen Sie diesen Mann? Die Polizei glaubt, dass die Überwachungskamera hier den Täter eingefangen hat.
Mord in Friedrichshainer Szene-Bar

Mehr als zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes in einer Szene-Bar in Friedrichshain ist die Polizei möglicherweise dem Täter auf der Spur.   Mehr...

Metin K. wurde durch einen Kopfschuss getötet. Polizei prüft mögliches Beziehungsdrama.
Beziehungsdrama?

Metin K. wurde durch einen Kopfschuss getötet. Polizei prüft mögliches Beziehungsdrama.  Mehr...

Eine der dreisten Betrügerinnen spricht den KURIER-Reporter am Gendarmenmarkt an, gleich wird sie enttarnt werden.
Abzocker-Bande
7

Sie geben sich als taubstumm aus, zocken gutmütige Berliner und ahnungslose Touristen ab.  Mehr...

Anzeige
KURIER auf Facebook
Anzeige
Anzeige
Berliner Kurier präsentiert:
Sonderveröffentlichungen & Beilagen

Wegschauen, pöbeln, rasen – auf der Suche nach dem Anstand: Hier die ganze Serie!  Mehr...

Rockerclubs: 800 bis 1000 Mitglieder und Unterstützer haben die von der Polizei als kriminell eingestuften Rockerclubs in unserer Stadt. Die drei größten Clubs sind die Hells Angels, die Bandidos und der Gremium MC. Die Rocker beherrschen weite Teile des Berliner Rotlichtmilieus, mischen außerdem im Waffen- und Drogenhandel mit – Tendenz steigend.

Auf der Spur von Rockern, Araber-Clans und der Vietnam-Mafia  Mehr...

4000 Gäste feierten mit Frontmann Toni Krahl (l.) und seine Jungs von CITY 40 Jahre Bandgeschichte.

Exklusiv & vorab: Das Video von der Jubiläumsparty im Tempodrom!

Die schräge Kolumne von Kabarettist Chin Meyer - jeden Mittwoch und Sonnabend im KURIER.

Top Stories
Google Anzeigen
Blaulichtkurier
Handyreporter
Neueste Bildergalerien
Berliner Kurier
Webtipps
Mietwohnungen in Berlin
Berlin hat viel zu bieten und ist bei Jung und Alt beliebt. Mietwohnungen in Berlin suchen und finden.