Da schämt er sich nun. André R. (24) versteckte sein Gesicht hinter einem Packen weißem Papier, als er Freitagfrüh vor Gericht stand – wegen Raub mit Todesfolge. Doch all seine Scham wird ihm nicht viel nützen. Opfer Monika Braun (†63) starb sechs Tage nach dem brutalen Überfall. Vier Jahre war André H. ein Phantom, am 18. Mai diesen Jahres hat ihn die Polizei endlich geschnappt.
Es ging um eine Handtasche mit läppischen 50 Euro. Die paar Scheine hatte Monika Braun dabei, als sie am 7. September 2007 von ihrer Arbeit im Metro-Großmarkt kam. Es war stockfinster. Geschafft vom Spätdienst stieg die Kassiererin um 22.35 Uhr an der Genslerstraße aus der Tram M6. Ein junger Mann mit auffälligen Kinnbart soll sich an diesem Abend auf dem Parkplatz vor ihrem Haus an der Landsberger Allee 261 rumgetrieben haben.
Zeugen beschrieben ihn später. Ob allerdings Monika Braun ihn auch sah, weiß niemand. Er griff nach ihrer braunen Tasche. Monika B. schrie um Hilfe, sie wehrte sich auch. Der Staatsanwalt: „Er stieß sie kräftig gegen den Oberkörper, während er zugleich kraftvoll an der Tasche zog.“ Die Mutter von zwei Kindern klammerte sich an den Riemen. Sie verlor den Halt, krachte mit dem Kopf auf einen Poller, erlitt Schädelbrüche. „Der Anblick war schlimm“, sagte ihre Tochter Manuela (45) damals.
„Ich konnte meine Mutter nur noch an den Händen erkennen. Das werde ich nie vergessen können.“ Die Familie betete sechs Tage lang – vergebens. Monika Braun starb am 13. September 2007.
Der grausame Räuber wurde mit einem Phantombild gejagt. Dabei geriet André R. ins Visier der Ermittler. Doch die Indizien und die Zeugenaussagen reichten nicht für eine schnelle Festnahme aus.
Die Ermittler der Kripo ließen aber all die Jahre nicht locker, luden André R. dessen Freunde und Bekannte immer wieder vor. Ende 2010 setzten sie sogar Spezial-Spürhunde ein. Die sollen die Beamten zu R. geführt haben.
Die Handfesseln klickten am 18. Mai diesen Jahres . Ein 15-stündiges Verhör. André R. gestand pauschal, widerrief später. Sein Verteidiger mit massiven Vorwürfen: „Er wurde unter Druck gesetzt, mit verbotenen Methoden zur Aussage gebracht.“ R. soll vermindert intelligent sein. Er habe falsch gestanden, um seine Ruhe zu haben. Der Prozess geht im Dezember weiter. KE., KEI

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