Samstag, 18. Februar 2012
Handyblocker ab Juli

Knackis vorübergehend nicht erreichbar

Von R. GORNY

Kein Mobilfunk-Kontakt mehr nach draußen: In der Jugendstrafanstalt werden Mitte dieses Jahres Handyblocker eingesetzt, die nicht manipulierbar sind.
Kein Mobilfunk-Kontakt mehr nach draußen: In der Jugendstrafanstalt werden Mitte dieses Jahres Handyblocker eingesetzt, die nicht manipulierbar sind.
Foto: dpa (Symbolfoto)
Berlin –  

Knast bleibt Knast und wird nicht zum Mobilfunkladen. Im Juli startet der sechsmonatige Probebetrieb mit Handyblockern in der Jugendstrafanstalt in Charlottenburg.

Im Haus 9 und am angrenzenden Sportplatz werden bis dahin Störsender im Dach- und Kellerraum installiert. Damit ist das Risiko der Manipulation durch die Insassen stark reduziert, da sie keinen Zugang zu diesen Bereichen haben. Nach den Testläufen kann von einer „Detektions- und Blockungssicherheit von 100 Prozent ausgegangen werden“, so Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) in einem Schreiben an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses.

Begründung für den Einsatz der Handyblocker: „Mittels Mobiltelefon lassen sich Personen außerhalb der Anstalt zur Fluchthilfe oder als so genannte Mauerwerfer einweisen und dirigieren.“ 2007 waren in großem Umfang Drogen und Handys rübergeworfen worden ...

Bis zu 700 Mobiltelefone werden jährlich in Berlins Knästen gefunden. SPD-Experte Sven Kohlmeier: „Wenn der Einsatz der Handyblocker finanzierbar ist, könnte er auf weitere Anstalten ausgedehnt werden.“ Im Jugendknast liegen die Kosten bei 839 000 Euro. Das sind 246 000 Euro mehr als geplant.

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