Sie möchte ihre 85 Jahre alte Mutter besuchen, schließt die Tür auf. Doch was sie findet, ist ein Bild, das sie nie wieder loslassen wird: Ihre Mutter Marianne S. liegt blutüberströmt in der Wohnung, sie ist tot. Kurze Zeit später wird der Tochter klar: Ihr eigener Sohn ist der Mörder, er schnitt seiner Oma die Kehle durch.
Sonntagvormittag tauchte der 24-jährige Enkel unangemeldet zu Besuch bei seiner Großmutter in Bebra (Hessen) auf. Die alte Dame lebte allein in dem gepflegten Bungalow mit weißem Holzzaun vor dem Garten. Eine bei ihren Nachbarn als freundlich und hilfsbereit geltende Frau. Sie ließ ihren Enkel ins Haus. Was dann geschah ist unklar.
Um 12.30 Uhr ging der Anruf bei den Rettungskräften ein. „Gefunden wurde die Frau von ihrer Tochter“, sagt Harry Wilke von der Staatsanwaltschaft Fulda zum KURIER. Doch die Helfer konnten nichts mehr für Marianne S. tun. Sie wurde mit drei Messerstichen in den Rücken und einem Schnitt durch die Kehle umgebracht.
Nur wenig später, um 12.36 Uhr, klingelte bei der Polizei das Telefon: „Ich habe meine Oma umgebracht“, soll der in Berlin lebende Medizin-Student den Beamten gestanden haben. Anschließend fuhr er mit dem Wagen seiner Großmutter bei der Polizeistation Bad Hersfeld vor. „Mit dem Auto war er vom Tatort geflohen“, so Wilke. Der Enkel wurde festgenommen. Trotz seines Geständnisses verweigerte er bei den Vernehmungen Aussagen zum Ablauf der Bluttat. Auch zu seinem Motiv schwieg der 24-Jährige. Am Montag wurde er dem Haftrichter vorgeführt. „Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Großmutter soll gut gewesen sein“, sagt Wilke. Die Ermittlungen dauern an. LEH

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