Mittwoch, 20. Juli 2011
Polizist schlägt KURIER-Fotograf nieder

Wie kann ein Beamter bloß so ausrasten?

Von Claudia Keikus

Übergriff auf Pressefotografen

Axel B. hält sich das verletzte Ohr. Darüber hinaus hat er diverse Schürfwunden. Der Polizist spielt auch noch den Unschuldigen.

Foto: Schröder
Berlin –  

Recht und Ordnung, dafür muss ein Polizist einstehen. Er soll friedliche Bürger beschützen – und nicht etwa verprügeln! Dass die Realität leider manchmal anders aussieht, musste KURIER-Fotograf Axel B. (40) jetzt bitter erfahren. Als er einen Tram-Unfall im Wedding dokumentieren wollte, griff ihn ein Polizist an. Wie kann so etwas sein, Frau Polizeipräsidentin?

Tatort U-Bahnhof Osloer Straße 18.15 Uhr. Ein Mann versuchte Montagabend in die schon anfahrende Tram der Linie M 13 einzusteigen. Er stürzte, geriet mit dem linken Arm unter die Räder. Ein blutiger Unfall, wie er leider oft passiert. Fotograf und Kameramann Axel B. und Kollege Thomas Sch. waren zufällig in der Nähe und dokumentierte das Geschehen, als es zu dem unerwarteten Übergriff kam.

Vor Ort kochten die Emotionen hoch, eine BVG-Mitarbeiterin schrie: „Sauerei.“ Ein Feuerwehrmann hielt seine Hand vor die Linse der Kamera von Axel B. Zu der Zeit befand sich das Unfallopfer schon im Rettungswagen. Trotzdem rastete dann ein Polizeiobermeister aus. „Er stülpte mir plötzlich eine Decke über den Kopf und rammte mir einen Finger in das linke Ohr. Mir klappten die Beine weg, ich fiel hin“, sagt Axel B. Anschließend versuchte der Beamte dem Fotografen Thomas Sch. die Kamera zu entreißen. Dann bekamen Axel B. und Thomas Sch. auch noch eine Anzeige.

Das Präsidium äußerte sich zu dem Vorfall wie folgt: „Nach bisherigen Erkenntnissen leisteten ein Kameramann und ein Fotograf den erteilten Platzverweisen, hinter die Polizeiabsperrung zu gehen, keine Folge.“

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Das KURIER-Foto allerdings beweist, dass es an der Stelle des Polizei-Übergriffs gar keine Absperrung gab.

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Die Polizei veröffentlichte diese Bilder aus der Überwachungskamera.
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