Donnerstag, 26. Januar 2012
Feuerteufel Maik D.

Hier schämt sich ein Schwabenhasser


1. Feuerteufel kaltgestellt

Feuerteufel Maik D. (29) versetzte Prenzlauer Berg in Angst und Schrecken – jetzt sieht er sich als Opfer

Moabit –  

Erste brachte er Zeitungen, dann Feuer: Maik D. (29) ist der irre Kinderwagen-Zündler, der in Prenzlauer Berg für Angst sorgte. Er polterte zuerst: „Die ganzen Schwaben dort kotzen mich an.“ Vor Gericht nuschelte er: „Ich weiß nicht, warum ich Feuer legte.“

Elf Brände in vier Wochen. Seine hinterhältige Serie begann 15. Juli: Maik D. hatte als Zeitungsbote Schlüssel für etliche Häuser. Er nutzte seinen Job im Szene-Kiez Kollwitzplatz aus. Zehn Mal steckte er in Fluren abgestellte Kinderwagen an, einmal eine Bananenkiste. Drei Kinder atmeten Rauch ein, eine Frau wurde am Arm verletzt.

Der Richter: „War es Sozialneid?“ So hatte es D. bei der Polizei dargestellt. Er regte sich damals auf über „Leute, die Geld haben und andere Mieter verdrängen.“ Sein Frust zielte auf Schwaben als Synonym für „Besserverdiener“. Jetzt der Rückzug. Der Neuköllner D.: „Habe ich unter Druck gesagt. Mir doch egal, wer in den Häusern wohnt.“

Aber ein Motiv für die hochgefährliche Zündelei kam nicht. Maik D. vor Gericht auf Jammer-Tour: „Mein Leben war verpfuscht. Es ging immer mehr bergab.“

Nachts trug er Zeitungen aus, tagsüber arbeitete er schwarz auf dem Bau. 1800 Euro im Monat. Maik D.: „Ich habe alles verpulvert, viel für Drogen. Ich ging wegen der vielen Arbeit auch auswärts essen.“ Viel Stress. D.: „Einmal kam ein Eimer Wasser aus dem Fenster, ich sollte leise sein.“ Die Taten? „Dafür schäme ich mich.“

Fortsetzung: Montag. KE.

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