Dienstag, 24. Januar 2012
Ermordet und zerstückelt

Der nette Herr S. von der Bank

Von C. Keikus

Ermordet und zerstückelt: Der nette Herr S. von der Bank

Mariendorf  –  

Er war auf ein Abenteuer aus und fand den Tod dabei. Ermordet und zerhackt – der seit Neujahr vermisste Carsten S. (37) lebt nicht mehr. Er ist der Tote, den Polizisten in einer Mariendorfer Wohnung fanden.

Ein biederer Banker mit einem bizarren Doppelleben in der schwulen Lederszene. Tagsüber arbeitete der Kreuzberger in einer Bank. Privat lebte Carsten S. (erst seit einem Jahr in Berlin) mit seinem Freund in einer Wohnung im schicken Viktoria Quartier. Nachts und am Wochenende stand der gebürtige Lemgoer (Nordrhein-Westfalen) in der Männer-Sauna „Der Boiler“ am Mehringdamm hinterm Tresen. Dort war Casi, wie ihn Freunde nannten, auch am Abend seines Verschwindens. Gegen 22 Uhr machte er Schluss, telefonierte mit seinem Freund (KURIER berichtete). Ihm soll er sogar von einem nächtlichen Sex-Date erzählt haben.

Carsten S. ging vom Boiler aus in einer nahen Sparkasse zum Geldautomaten, hob einen höheren Betrag ab. Dann traf er Michael S. (43), einen selbstständigen Vertreter aus Mariendorf. Irgendwann in den Stunden nach 23.30 Uhr landeten die Männer in dessen Wohnung in der Markgrafenstraße.

Jetzt ist klar, dass der Carsten S. wahrscheinlich noch in dieser Nacht getötet wurde. Wodurch, ist nicht mehr festzustellen. Täter Michael S. gestand das Sex-Verbrechen am Krankenbett. Er hatte sich bei der Festnahme mit einem Messer verletzt.

Michael S. tötete den Banker laut Staatsanwaltschaft „zur Befriedigung seines Geschlechtstriebes“, dann zerstückelte er ihn. Die Leichenteile verwahrte er in seiner Wohnung. Michael S. soll wegen Mordes vor den Haftrichter.

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