Weil sie ihren Zuhälter getötet haben sollen, stehen Jokubas S. (19) und Sergejus A. (20) vor Gericht. Angeblich existiert sogar eine Kundenliste der beiden jungen Callboys – mit prominenten Namen darauf. Müssen die nun wirklich zittern?
Bekannte Persönlichkeiten, darunter Kirchenvertreter und Reiche, soll der getötete Zuhälter Renaldas D. in einer Datei als Kunden geführt haben. Der Anwalt der Angeklagten, Mirko Röder, ergänzt: „Bis in Kreise der Politik, in Kreise der Medien, aber auch in die Wirtschaft“. Gibt es die Liste wirklich, dürften Promis, die draufstehen, zittern. Ob die Namensliste tatsächlich kursiert, ist fraglich.
Bei einem Autounfall ist am Mittwoch ein zehn Jahre alter Junge gestorben. Wie das Lagezentrum der Polizei Brandenburg in Potsdam mitteilte, fuhr ein 47-Jähriger mit seinem Wagen auf der Bundesstraße 96 zwischen Zossen und Baruth/Mark (Teltow/Fläming) auf gerader Strecke gegen einen Baum. Die Unfallursache war noch unklar. Der kleine Junge starb noch am Unfallort; der Fahrer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Nach KURIER-Informationen hat Röder selbst die Datei nie gesehen, sondern von seinem Mandanten von ihr erfahren. Jokubas S. spricht allerdings nur minimal Deutsch, war insgesamt nur fünf Wochen in Berlin. Über Silvester 2010/2011 und im Oktober 2011. Woher also soll S. bekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft oder Kirche kennen? Höchstens dann, wenn man es ihm gesagt hätte.
Der KURIER hakte bei der Staatsanwaltschaft und beim Gericht nach, erkundigte sich nach der Existenz der Liste. Und bekam zweimal die gleiche Antwort: „Wir kennen diese nicht.“ Und Anwalt Röder, der am Tag zuvor noch in eine TV-Kamera aufzählte, aus welchen Kreisen sich die Liste zusammensetzt? Der reagierte plötzlich unentspannt: „Belästigen Sie mich nicht mit solchen Fragen.“

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