Es war taghell, es passierte mitten in Berlin. In der Antwerpener Straße (Wedding) konnte ein mit Axt und Messern bewaffneter Amokläufer nur durch Polizeikugeln gestoppt werden.
Der Täter wurde im rechten Unterschenkel getroffen. Er wehrte sich minutenlang gegen die Festnahme. Fünf Polizisten mussten ihn festhalten, damit Sanitäter sein durchlöchertes und blutendes Schienbein behandeln konnten. Es waren gespenstische Szenen, die sich gegen 14.30 Uhr dort abspielten.
Ein unter einer S-Bahnbrücke steckengebliebener Lastwagen hat in Berlin-Neukölln in der Nacht zum Freitag einen mehrstündigen Feuerwehreinsatz verursacht. Der 51 Jahre alte Fahrer hatte versucht, mit seinem vier Meter hohen Lastzug unter der Brücke durchzufahren, die nur für 3,80 Meter ausgelegt war. Einsatzkräfte mussten nach Polizeiangaben den gesamten Aufbau des Lastwagens vom Fahrgestell trennen, um das Fahrzeug zu bergen. Die Straße blieb wegen der Arbeiten für fünf Stunden gesperrt. Ein Sachverständiger konnte keine Schäden an der Statik der Brücke feststellen.
Kurz zuvor hatten Passanten den Amok-Mann gesehen, die Polizei gerufen. Eine Zeugin: „Erst waren nur zwei Streifenbeamte da, wenig später wimmelte es nur so vor Polizisten. Ich hörte sechs bis sieben Schüsse.“ Weitere Zeugen hörten, wie Polizisten riefen: „Wirf das Messer weg, du hast keine Chance mehr.“
Zu diesem Zeitpunkt lag der Täter schon auf dem Boden, vier Beamte um ihn rum. Er wütetet weiter. Der Zeuge: „Immer wenn sich ihm einer der Polizisten näherte, fuchtelte er drohend mit dem Messer rum. Er wollte es einfach nicht aus der Hand legen.“ Die Schüsse fielen offenbar, als der grauhaarige Amok-Mann noch stand. Der Zeuge: „Obwohl er getroffen war, fiel er zunächst nicht um. Er muss doch Schmerzen gehabt haben, hat aber nicht geschrien und auch nichts gesagt.“
Wie viele Kugeln den Mann trafen, ist ebenso unklar wie die Zahl der Polizisten, die feuerten. Kurzzeitig rückte sogar das SEK an.Wie üblich in Fällen wie diesem übernahm die Mordkommission die Ermittlungen. Sie steht vor vielen Fragezeichen. Über die Identität des Amokläufers ist bisher nichts bekannt. Auch nicht, wohin er unterwegs war, woher er kam, was er mit seinen Waffen vorher getan hat. Ein Ermittler: „Wir stehen noch ganz am Anfang. Hoffentlich gibt es keine Vortat.“ Die Polizei sucht dringend Zeugen. SCHA

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