Polizei&Prozesse
Exklusiv und aktuell berichten KURIER-Polizeireporter von den Brennpunkten der Kriminalität in der Hauptstadt und aus den Gerichtssälen

Berliner KurierBerlin Polizei&Prozesse
Sonntag, 29. Juli 2012

Arzt aus Mitte Drahtzieher der Mafia?: Illegaler Organhandel - Spur führt nach Berlin


Symbolbild: Für die Organmafia war der illegale Handel mit Nieren ein gutes Geschäft - Spender leiden unter Gesundheitsschäden durch Pfusch-Ärzte in der Frankenstein-Klinik.
Symbolbild: Für die Organmafia war der illegale Handel mit Nieren ein gutes Geschäft - Spender leiden unter Gesundheitsschäden durch Pfusch-Ärzte in der "Frankenstein"-Klinik.
Foto: ZB
Berlin –  

Ermittler der Europäischen Union sind kriminellen, global operierenden Organhändlern auf der Spur. Die wichtigste führt zu einem renommierten Urologen in Mitte. Der hatte im Kosovo eine Klinik finanziert, in der illegal 20 bis 30 Nieren verpflanzt wurden. Sichergestellte E-Mails machen den Berliner Mediziner verdächtig.

Dabei geht es um einen Fall, der im Jahr 2008 aufflog und vor Gericht in Pristina verhandelt wird. Auf der Anklagebank sitzen fünf Männer. Einer von ihnen ist Lutfi D., Chef der „Medicus-Klinik“ in der reiche Kranke von armen Spendern mit Nieren versorgt wurden. Darunter ein Fabrikant (75) aus Nordrhein-Westfalen, der 2008 ein neues Organ erhielt.

80.000 Euro zahlte er für die Niere einer Russin (55), die 8100 Euro bekam und sich aus Geldsorgen mit der Operation einverstanden war. Die Frau leidet noch heute unter der Transplantation, der von einem Arzt durchgeführt wurde, der als „Dr. Frankenstein“ bezeichnet wird.

Für die Organ-Mafia und den Fabrikanten ein gutes Geschäft. Im Jahr 2009 etwa wurden in Deutschland offiziell 2772 Nieren verpflanzt. 8000 Patienten standen auf der Warteliste. Seit 2010 agiert im Kosovo die „Eulex“, die dort im EU-Auftrag die Rechtstaatlichkeit herstellen soll. Sie brachte das Verfahren gegen die Mafia ins Rollen. Dabei kam raus, dass der Berliner Urologe im Handelsregister als Besitzer der „Medicus-Klinik“ eingetragen ist.

Mehr dazu
Göttinger Transplantations-Skandal

Er hatte den Angeklagten Lutfi D. und dessen Familie während des Kosovo-Konflikts bei sich aufgenommen. Im März 2008 schrieb ihm der eine holprige E-Mail. Wörtlich: „Wir haben mit Transplantation der Niere beginnen. Erste Fall ist gemacht. Noch ein wir machen am 28. dieses Monat.“ Der Arzt aus Berlin bestreitet, was von den kriminellen Machenschaften gewusst zu haben. SCHA

Weitere Meldungen aus dem Bereich Polizei&Prozesse
Die Leiche von Marcel M. wird kurz nach der Tat abtransportiert.
Er nannte sich Teufel

Fleischtheken-Killer Valentin W. lebte in einer Welt aus Drogen und Alkohol und hegte eine krankhafte Bewunderung für Adolf Hitler  Mehr...

Rapper Bushido ist ins Visier der Berliner Staatsanwaltschaft geraten.
Nach der Razzia
2

Wenn er sich da nicht zu früh freut. Er ist nämlich offiziell Beschuldigter  Mehr...

In die falsche Richtung geschaut

Eine U-Bahn hat im Berliner Bahnhof Stadtmitte einen Mann erfasst und am Kopf verletzt.  Mehr...

Polizei&Prozesse
Gigantischer Ausblick auf den Alex.

Verstehen Sie Berlin wirklich? Testen Sie jetzt Ihr Wissen mit 25 klugen Fragen.

Blog von Polizeireporterin Claudia Keikus - Thriller, Tod & Teufel
Blaulichtkurier
Anzeige
KURIER auf Facebook
Berliner Jobmarkt
Berliner KURIER
Noch mehr Bildung und Allgemeinwissen

Hier geht's zu noch mehr Bildung und Allgemeinwissen.

Webtipps
Lieferservice in Berlin
Egal ob Pizza, Sushi oder Döner - mit der iPhone oder Android App von pizza.de können Sie mobil beim besten Lieferdienst in Berlin bestellen.
Mietwohnungen in Berlin
Berlin hat viel zu bieten und ist bei Jung und Alt beliebt. Mietwohnungen in Berlin suchen und finden.
Gutscheine und Rabatte bei Online-Rabatt.net
Aktuelle Gutschein Rabatte und Gutscheincodes für beliebte Online Shops.