Erster Fahndungserfolg im Alex-Mordfall. Polizeibeamte nahmen einen 19-Jährigen fest und brachten ihn zu den Mordermittlern. Hier wurde der Tatverdächtige stundenlang vernommen. Der Mann soll einer der Schläger sein, die vor zehn Tagen den 20-jährigen Jonny K. am Alexanderplatz zu Tode prügelten (KURIER berichtete).
Zunächst hatte die Polizei die Festnahme (wohl aus ermittlungstaktischen Gründen) noch vehement dementiert. Um kurz nach 16 Uhr hieß es dann aber plötzlich doch: „Ja, es gibt einen festgenommenen Tatverdächtigen. Er wird jetzt zur Vernehmung gebracht.“
Nach KURIER-Informationen soll es sich bei dem Mann um den 19-jährigen Osman A. handeln. Der Verdächtige soll am frühen Nachmittag im Oberstufenzentrum KIM (Kommunikation, Information, Medientechnik) an der Osloer Straße 23 festgenommen worden sein.
Um kurz nach 16 Uhr brachte ein grauer Polizeibus den Verdächtigen dann zum Verhör in die Keithstraße. Bislang ist unklar, ob Osman A. bereits gestanden und seine möglichen Schlägerkumpane verpfiffen hat.
Die Rathauspassagen am Alexanderplatz sind von der Polizei abgesperrt, die Ermittler sichern Spuren.
Foto: Klaus Oberst„Na endlich!“, so die erste Reaktion der 28-jährigen Tina, als sie von der Festnahme erfuhr. Sie ist die Schwester des totgeprügelten Jonny. Der 20-Jährige hatte am 14. Oktober mit drei Freunden in einem Club am Alexanderplatz ausgiebig gefeiert. Als einer seiner Begleiter schließlich zu betrunken war, brachten ihn seine Freunde an die frische Luft, setzten ihn an den Rathauspassagen auf einen Stuhl. Kaum saß der Mann, liefen die Schläger auf die Asiaten zu, traten den Betrunkenen sofort vom Stuhl. Als Jonny seinem Freund helfen wollte, prügelten und traten die feigen Männer so lange auf ihn ein, bis er regungslos liegen blieb. Dann flüchteten die Schläger. Zwei Tage kämpften die Ärzte um das Leben des 20-Jährigen, doch vergeblich. Er starb an einer Hirnblutung, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
Am Sonntag soll Jonny beigesetzt werden, die Familie will statt Orgelmusik die Lieblingssongs von Jonny K. spielen. Zudem sollen die Trauergäste T-Shirts mit einem Bild von Jonny K. tragen, damit will die Familie ein Zeichen setzen. Seine Schwester Tina: „Das soll zeigen, dass Jonny einer von uns ist. Und dass jeder von uns an seiner Stelle sein könnte.“
Mehr zum Thema lesen Sie im Blog der KURIER-Polizeireporterin Claudia Keikus!

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