Polizei&Justiz
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Unfall oder Selbstmord?: Profiboxer erschoss sich in Weddinger Bar


Berlin –  

War es Selbstmord, oder doch ein Unfall? Diese Frage stellt sich immer wieder Eliza (26) aus Spandau. Sie ist die Verlobte von Profi-Boxer Ilian Ares (27), der mit bürgerlichem Namen Ilian Ayvazov heißt. Der 27-Jährige soll sich laut Polizeibericht Montag früh in der „Cocktailbar Tarikatite“ am U-Bahnhof Nauener Platz in Wedding erschossen haben. Die Familie glaubt nicht daran.

Rückblick: Es ist Montag, 4.35 Uhr. Mit drei Freunden (zwei Bulgaren, ein Türke) hatte Ilian in der „Cocktailbar Tarikatite“ gefeiert. Laut Polizei soll sich Ilian in einem Vorraum vor den Toiletten im Keller erschossen haben. Woher er die Waffe hatte, kann sich Ilians Vater Syuleyman (stammt aus Bulgarien) nicht erklären. Der ganze Fall gibt ihm Rätsel auf.

Der 56-Jährige zum KURIER: „Wir haben mit einem Augenzeugen gesprochen. Laut seiner Aussage haben sich die zwei Bulgaren ebenfalls in dem Vorraum befunden. Aus Gaudi soll Ilian mit der Waffe herumgespielt haben. Dabei habe sich der Schuss gelöst. Auch einen Streit soll es gegeben haben. Wir gehen von einem tragischen Unfall aus. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass Ilian tot ist.“

Auch Ilians Verlobte Eliza, mit der der Profi-Boxer zwei Kinder hat (2 und 4 Jahre) kann nicht an Selbstmord glauben: „Ilian war ein fröhlicher Mensch. Mein einziger Trost ist meine Familie. Es ist so traurig, dass unsere Kinder ohne Vater aufwachsen müssen. Unverständlich ist für mich der Tathergang. Der Schuss traf ihn in die linke Schläfe. Ilian ist aber Rechtshänder.“

Ilian verstarb am Donnerstag im Virchow-Klinikum. Dabei hatte der 27-Jährige noch sein ganzes Leben vor sich und blickte schon auf eine steile Karriere zurück. Er boxte seit 2002 als Profi, seit 2008 für den renommierten Box-Stall SES. Insgesamt errang er 17 Siege. Dazu gab es zwei Niederlagen und ein Unentschieden. Aufgrund einer Arm-Verletzung fand 2009 in Russland der letzte Kampf statt.

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