Fünf Parteien unterstützen Joachim Gauck als Wulff-Nachfolger. Harmonie pur also vor der Erstwahl, richtig? Nicht ganz - denn eine Partei tanzt aus der Reihe: Die Linken wollen ihren eigenen Kandidaten ins Rennen um das höchste Staatsamt schicken.
Ex-Linken-Chef Oskar Lafontaine hält den Kabarettisten Georg Schramm für einen „interessanten Vorschlag“ für das Amt des Bundespräsidenten.
Wie Lafontaine gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“ erklärte, sei es vor allem wichtig, dass der Kandidat das Vertrauen der Bevölkerung genieße: „Wenn alle in die falsche Richtung laufen und einen Kandidaten unterstützen, der den Abbau des Sozialstaats und den Krieg als Mittel der Politik für richtig hält, dann muss es wenigstens eine politische Kraft geben, die dagegen hält“.
Rückhalt bekommt Schramm auch von der Linken-Jugend: Diese macht sich für den Kabarettisten als Gegenkandidaten zu Joachim Gauck stark. Schramm habe sich über Jahrzehnte hinweg einen Namen „als ebenso scharfzüngiger wie unterhaltsamer Kritiker des kapitalistischen Wirtschaftssystems gemacht“, heißt es in dem Vorschlag der Hamburger Linksjugend.
Weiter heißt es: Die Vorstellung, einen Kabarettisten für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren zu lassen, möge manchen skurril vorkommen. Anderen erscheine das Amt des Bundespräsidenten an sich als skurril. Auch bei der Piratenpartei gibt es Sympathien für den Kabarettisten.
Georg Schramm wurde vor allem mit der ZDF-Comedy-Sendung „Neues aus der Anstalt“ bekannt. Im Jahr 2010 erhielt er den Satire-Preis Prix Pantheon.

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