Ein schöner Abend, vielleicht nur ein Abenteuer, und dann das: schwanger – ungewollt! Rund ein Drittel der knapp 700.000 Geburten in Deutschland sind nicht geplant.
Längst nicht alle sind ungewünscht, dennoch versetzen viele der Schwangerschaften vor allem junge Frauen in eine Notlage. Die „Pille danach“ kann helfen. Womöglich gibt es sie bald rezeptfrei.
Ein neuer Vorstoß der Politik: Mit einem uns vorliegenden Antrag haben sich die Gesundheitspolitiker der SPD bereits für die Befreiung von der Verschreibungspflicht ausgesprochen. Ende des Jahres kommt der Antrag in den Bundestag. Auch in die Reihen der Länder, die eine Neu-Regelung im Bundesrat noch vor Jahren blockiert haben, ist Bewegung gekommen.
„Frauen in Deutschland sollten die gleichen Rechte auf Verhütung haben wie Frauen in 79 anderen Ländern dieser Welt“, so SPD-Gesundheitsexpertin Mechthild Rawert. Dort ist die „Pille danach“ ohne vorherigen Arztbesuch erhältlich.
Den Vorwurf, es handele sich um eine „Abtreibungspille“, nennt Rawert „falsch“. „Es geht um die Verhütung ungewollter Schwangerschaften und damit um die Verhütung von Schwangerschaftsabbrüchen.“
Das SPD-Papier sieht vor, dass nur Medikamente mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG) frei verfügbar werden, ein Präparat, das bis maximal 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr Schwangerschaften verhütet. Vor der Abgabe soll aber eine „Beratung in der Apotheke“ erfolgen.
Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind für die Rezeptfreiheit. Unterstützung für den Vorstoß erhält die SPD zudem von der Beratungsorganisation „pro familia“. Deren Chefin Daphne Hahn: „Fachlich gibt es nichts, was dagegen spricht.“

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