Sie haben sich sicher auch schon über sich selbst gewundert – im Korb landete mehr, als auf dem Einkaufszettel stand, mehr als Sie eigentlich wollten.
Kein Wunder! Denn im Supermarkt wird nichts dem Zufall überlassen. Im Gegenteil, Verbraucher werden gezielt zum ungewollten Kauf verleitet.
Wer die Fallen durchschaut, kann also Geld sparen. Hier eine Auswahl der größten Fallen im Supermarkt:
Sehr großer Einkaufswagen: Wenige Artikel sehen darin verloren aus, der Weg hat sich vermeintlich kaum gelohnt. Das Ziel: Sie sollen mehr mitnehmen.
Mini-Einkaufswagen für Kinder: Die Kinder nörgeln weniger, und die Eltern wollen keine Spaßbremse sein, wenn der Nachwuchs begeistert Kinderprodukte in den Korb legt.
Gänge, links herum: Da die meisten Menschen einen Linksdrall haben, werden sie gezielt durch Gänge links herum geleitet. Dinge des täglichen Bedarfs wie z. B. Milch finden sich weit hinten, damit die Kunden an möglichst vielen Regalen vorbeimüssen. Da die Gänge eng sind, wird ihr Tempo abgebremst und so die Chance erhöht, dass mehr im Korb landet, als man geplant hatte.
Teuer auf Augenhöhe: Die Preise und Gewinnspannen sind bei Produkten auf Augenhöhe am höchsten. Sich extra bücken oder die Arme ausstrecken ist anstrengend. Doch „Bück- oder Streckware“ ist meistens preiswerter.
Duftmarketing: Durch Duft-Terminals werden Düfte verbreitet, denen niemand ausweichen kann. Manche wirken so subtil, dass wir sie nur im Unterbewusstsein wahrnehmen.
Supermarkt-Radio: Ein ausgetüftelter Klangteppich soll die Kauflaune anheizen. Die Musik ist gezielt ausgewählt, zugeschnitten auf die zur jeweiligen Tageszeit einkaufende Zielgruppe (morgens Hausfrauen, abends Berufstätige).
Fantasienamen: So soll z. B. der Name „Klosterbrot“ einen handgefertigten Teig mit natürlichen, reinen Zutaten assoziieren, doch meistens werden diese Brote aus standardisierten Backmischungen mit vielen Zusatzstoffen hergestellt.
Nichtssagende Gütesiegel: Hinweise wie „Premium“, „unter regelmäßiger Kontrolle“, „mit ausgewählten Zutaten“ sind wertlos und sagen nichts Konkretes aus. Sie beschreiben Selbstverständlichkeiten. Außerdem: Regelmäßige Kontrollen sind vorgeschrieben.
Verführung an der Kasse: Die kleinen Snacks im Miniformat an der Kasse sind, umgerechnet auf 100 Gramm, meist wesentlich teurer als die größeren Packungen im Regal. Vor allem Kinder werden hier animiert. Quengeln sie, geben die genervten Eltern nach.
Fleisch-Kauf: Rotlicht verjüngt und hübscht auf, lässt gräuliches Fleisch frisch erscheinen. Halten Sie das Fleisch unter eine andere Lichtquelle außerhalb der Theke.
Mehr Informationen, auch Einkaufstipps für Senioren: Verbraucherzentrale Hamburg (www.vzhh.de), Ratgeber „Einkaufsfalle Supermarkt“ (Verbraucherzentrale, 64 Seiten, 4,90 Euro).

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