Links, linker, Lafontaine! Einst war er SPD-Chef, später Chef der Linkspartei. Jetzt will Oskar Lafontaine (67) offenbar alle beide links überholen: Er sprach beim Kongress des Vereins „marx21“ in Kreuzberg als Redner. Die Trotzkisten stehen im Visier des Verfassungsschutzes.
Fast 13 Jahre ist es her, dass Neu-Kanzler Gerhard Schröder seine SPD zur „neuen Mitte“ und Lafo zum Finanzminister machte. Doch der rote Oskar legte sein Regierungsamt bald im Streit nieder – und rückt seither immer weiter an den politischen Rand. Unter der Überschrift „Die Systemfrage stellen“ redete er jetzt bei den Ultralinken davon, dass der Sozialismus „von unten“ besser sei als die „Diktatur des Proletariats“.
Im revolutionären Eifer fragte Lafo, warum es keinen Generalstreik in Deutschland gebe. Gewöhnliche Gewerkschafter findet er zahnlos, die Linkspartei noch zu wenig öko und Karl Marx einfach Spitzenklasse.
Der anti-kapitalistische Appell kam beim Veranstalter an: Das Netzwerk „marx21“ steht im Berliner Verfassungsschutz-Bericht 2010, weil es die „Abschaffung der demokratischen Ordnung durch Überwindung des Kapitalismus“ wolle. MOW

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