Montag, 1. August 2011
Zehn Jahre Homo-Ehe

Union: Gleichstellung homosexueller Paare ausgeschlossen


Die vollständige Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe ist die Union kein Thema.
Die vollständige Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe ist die Union kein Thema.
Foto: dpa
Berlin –  

Die vollständige Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe: für die Union völlig ausgeschlossen.

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte sich im Bundestag anlässlich zehn Jahren Lebenspartnerschaftsgesetz am Samstag für eine komplette Gleichstellung ausgesprochen, aber auch gesagt: „Mehr gesellschaftliche Liberalität lässt sich nicht verordnen, sondern nur durch beharrliches Argumentieren erreichen.“

Für die CDU/CSU „entbehrt” der Vorstoß von Leutheusser-Schnarrenberger „jeder Grundlage“, so Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) zur „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Krings sagte: „Das Thema steht nicht auf der Agenda der Koalition.“ Und weiter: „Es gibt Unterschiede zwischen Ehe und gleichgeschlechtlicher Partnerschaft. Und die müssen sich auch im Gesetz widerspiegeln.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, sieht das genauso. Auch er schließt eine Reform des Lebenspartnerschaftsgesetzes aus.

Die Union werde „nicht gleich stellen, was nicht gleich ist“, sagte Müller. „Der Staat schützt Ehe - und zwar zwischen Mann und Frau - sowie Familie in besonderer Weise, weil die Familie Keimzelle unserer Gesellschaft ist.“

Das Lebenspartnerschaftsgesetz der damaligen rot-grünen Bundesregierung wurde am 1. August 2001 wirksam. Es ermöglicht Homosexuellen, im Standesamt zu heiraten. Rechtlich blieb die Lebenspartnerschaft aber hinter der echten „Homo-Ehe“ zurück, wie sie zum Beispiel in den Niederlanden gilt. Homosexuelle in Deutschland können zum Beispiel gemeinsam keine Kinder adoptieren - auch das Einkommensteuerrecht macht Unterschiede.

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