Es müssen grauenvolle Stunden gewesen sein: Glaubt man der Opposition, dann hat die syrische Armee die Stadt Homs bombardiert, ganze Stadtviertel in Schutt und Asche gelegt.
300 Menschen sollen gestorben sein. Damaskus bestreitet den Angriff, spricht von Lügen, um die Meinung des Weltsicherheitsrats zu beeinflussen, der gestern über Syrien stritt.
Leichen auf den Straßen, überfüllte Krankenhäuser: Berichte aus der seit Monaten umkämpften Millionenstadt Homs zeichnen ein furchtbares Bild. Begonnen haben die Bombardements nach Informationen des Senders Al Jazeera, nachdem Einheiten der regimefeindlichen „Freien Syrischen Armee“ Straßensperren der Regierungstruppen angriffen und zehn Soldaten töteten.
Als Reaktion habe Assads Armee mit schwerer Artillerie Wohngebiete beschossen, die von den Aufständischen kontrolliert werden. Al Jazeera sprach von „schweren Kämpfen“ zwischen der Armee und den Deserteuren der „Freien Syrischen Armee“. Eines der „schlimmsten Massaker seit dem Beginn des Aufstands“ beklagte der Syrische Nationalrat, die größte Oppositionsgruppe.
Assads Regime sieht eine Medienkampagne hinter den Berichten aus Homs, um Stunden vor der Sitzung des Weltsicherheitsrates in New York die Weltöffentlichkeit zu manipulieren.
Tagelang feilschten die USA, die Araber und Europa mit Russland um eine Resolution. Was vorlag, „passte uns überhaupt nicht“, so der russische Außenminister Sergej Lawrow, der immer wieder vor einem Skandal im höchsten UN-Gremium gewarnt hatte
Am Ende scheiterte selbst eine sehr milde Missbilligung – Russland stimmte am Abend ebenso wie China gegen eine große Mehrheit, stoppte per Veto jede Verurteilung Syriens.
Warum unterstützt Moskau die syrische Regierung so vehement? Aus Sicht der Russen ist Damaskus ein wichtiger Partner: Der einzige russische Militärstützpunkt im Mittelmeer liegt im syrischen Tartus, das Land überweist – gerade im Moment – Milliarden nach Russland für neue schwere Waffen.
Doch für die Russen ist ein starkes Syrien auch ein Garant für Stabilität in Nahost – stürzt Assad, könnten sunnitische Fanatiker mit der Hilfe der Saudis an die Macht kommen – ein noch viel blutigerer Bürgerkrieg würde drohen. Und Russland seinen letzten Freund in dieser heiklen Weltgegend verlieren.

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