Der schlimmste Moment in seinem Leben: Ausgerechnet während einer Rede im Bundestag erlitt SPD-Urgestein Peter Danckert einen Schlaganfall.
Es folgte eine weitere Attacke und eine lange Pause von der Politik. Inzwischen ist er wieder da – halb gelähmt, aber voller Tatendrang.
Es ist kurz vor halb neun an diesem Donnerstagabend, und Peter Danckert hält im Bundestag eine grottenschlechte Rede. Gut vier Minuten Zeit hat er an diesem 24. Februar des letzten Jahres. Danckert stockt, stottert.
Er sagt „geschlogen“ statt geschlossen oder „Entrag“ statt Antrag, bricht immer wieder Sätze mittendrin ab. Wenig später wird er wissen: Soeben hatte er einen Schlaganfall. Gut 17 Monate später sitzt Danckert im Berliner Café Einstein und sagt: „Dieser Moment war der wohl schlimmste in meinem Leben.“
Seit 14 Jahren sitzt der 72-Jährige für die SPD im Bundestag. Ein Spitzenjurist, der als Anwalt Prominente vertrat wie Steffi Graf, ihren Vater Peter, Honeckers Devisenbeschaffer Schalck-Golodkowski.
Heute ist Danckert wieder da. Er sei zu „gut 50 Prozent“ wiederhergestellt, sagt er. Darauf hatte im Frühjahr 2011 noch gar nichts hingedeutet: Mitte März kommt Danckert nach mehreren leichten Schlägen „holterdiepolter“ ins Benjamin-Franklin-Klinikum – und sofort unters Messer.
Ein Eingriff, der das Schlaganfall-Risiko verringern soll. Doch plötzlich kommt es genau während dieser OP zu einer Attacke. Als Danckert aufwacht, ist seine rechte Körperhälfte gelähmt. „Es war entsetzlich“, sagt er. „In den ersten 48 Stunden wäre ich am liebsten, hätte ich es nur gekonnt, aus dem Fenster gesprungen.“ Aufstehen, bewegen, greifen – nichts ging mehr.
Der Patient kommt in die Reha. Danckert: „Nach sechs Wochen konnte ich zum ersten Mal alleine von einer Bank aufstehen. Ich habe vor Freude geweint.“ Es dauert ein halbes Jahr, bis Danckert wieder an seinen Schreibtisch im Bundestag zurückkehrt. Nur ein halbes Jahr.
Es ist Juli 2012, und gerade hat Danckert seine zweite Rede im Bundestag nach dem Schlaganfall gehalten. Als er humpelnd zum Pult schreitet, sein rechter Arm schlaff herunterhängend, wird es still im Saal. Sprechen ist für ihn zu einer neuen Herausforderung geworden. Das, sagt er jedoch amüsiert, liege vor allem an seiner neuen Zahnprothese.

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