Jahrelang hatten die Fahnder angeblich keine Ahnung, wo sich das Terror-Trio um Beate Zschäpe aufhielt. Wirklich nicht? Nach KURIER-Informationen wurde Zschäpe kurz nach der Explosion in Zwickau angerufen – von einem Handy, das im sächsischen Innenministerium gemeldet ist.
Am 4. November 2011 ist der Terror des NSU vorbei. Mundlos und Böhnhardt sterben im Wohnmobil, Zschäpe ist von da an vier Tage auf der Flucht.
Mit dieser Waffe wurde getötet: Die Ceska 83 7.65 mm Browning (Nummer 034678) mit Schalldämpfer. Mit ihr wurden neun Migranten erschossen.
Foto: Getty ImagesEtwas mehr als Stunde, nachdem sie ihre Wohnung in der Frühlingsstraße 26 in die Luft jagte, versuchte jemand Zschäpe anzurufen. Das Pikante: Die anrufende Nummer ist im Sächsischen Staatsministerium des Inneren registriert. Wer aus der Behörde in Dresden wollte Zschäpe sprechen – und vor allem warum? Kannte gar jemand die richtige Identität der Rechtsextremen, die im Alltag unter „Susann Eminger“ oder „Lisa beziehungsweise Susann Dienelt“ auftrat?
Kerstin Köditz (Die Linke), Mitglied des sächsischen Landtages, will am Dienstag im Innenausschuss Klarheit über die mysteriöse Spur. „Dass der Chemnitzer Neonazi Jan W. laut abgehörten Telefonaten mehrfach ein auf einem im Innenministerium angemeldeten Handy angerufen hat, von dem aus ihm Waffen zugesagt wurden, musste ich aus dem thüringischen Schäfer-Bericht erfahren. Informationen aus Sachsen dazu hatte es nicht gegeben. Aufklärung der Öffentlichkeit sieht anders aus.“
Im Video: Die Figur „Paulchen Panther“ aus der Zeichentrick-Serie „Pink Panther“ steht neben einer Deutschland-Karte mit der Aufschrift „9. Türke erschossen“.
Foto: dapdStolpern die Behörden in einen Skandal? Der KURIER rief am Montag die Handynummer an, die Beate Zschäpe am 4. November sprechen wollte. Und erntete eisiges Schweigen auf der anderen Gesprächsseite.
Beate Z. (geb. A.) bei einem Neonazi-Aufmarsch im Winter gegen die Wehrmachtsausstellung in Dresden. Ihre Nachbarn sind schockiert. Sie kannten die 36-Jährige als „Susann“, beschreiben sie als hilfsbereit und nett.
Die Friseurin aus Schwarzenberg im Erzgebirge war vor der Jahrtausendwende in der rechten Szene aktiv, stieg aber nach eigener Aussage 2005 aus. In den Trümmern der Frühlingsstraße wurden vier auf ihren Namen ausgestellte Dokumente gefunden. Ein Mitgliedsausweis „Tennis-Club Großgündlach“, ein Zettel „Tennis-Club Ehlershausen“ sowie zwei Impfpässe für die Katzen.

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