Mit seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ hat Günter Grass im April heftige Diskussionen ausgelöst – jetzt erneuert der Literatur-Nobelpreisträger seine Kritik an Israel.
„Israel ist eine Atommacht außerhalb jeder Kontrolle. Sämtliche Resolutionen von Seiten der Uno werden missachtet“, sagte Grass in der Radiosendung „Wickerts Bücher“ auf NDR Kultur. Israel sei eine Besatzungsmacht und betreibe seit Jahren Landraub, vertreibe Menschen, sehe sie als Menschen zweiter Klasse an.
„Da sind rassistische Momente in Israel, das Land hat sich in der Beziehung zum Unguten verändert. Das betrübt mich“, erklärte der Schriftsteller.
Diese Worte dürften erneut für Diskussionen sorgen. Sein umstrittenes Gedicht hat Grass in dem Interview verteidigt – und sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus verteidigt. „Ich finde, das Beste, was man als Freund Israels - des Staates Israel und der Menschen dort, und ich sehe mich als ein Freund Israels - diesem Land angedeihen lassen kann, ist, es zu kritisieren“, sagte der 84-Jährige. „Die verweigerte Kritik, so eine kritiklose, quasi philosemitische Haltung, ist für mich eine neue Form von Antisemitismus.“
Grass räumte in der Sendung jedoch auch eigene Fehler ein. Er hätte seinerzeit deutlicher machen müssen, dass sich seine Kritik gegen die Regierung Netanjahus und nicht gegen den Staat Israel richte.

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