Elf Jahre Krieg. Elf Jahre, in denen kaum ein Tag ohne schockierende Meldung vergeht.
Auch am Dienstag wieder: Mindestens 13 Menschen wurden in der Provinz Logar im Osten Afghanistans verletzt, nachdem radikal-islamische Aufständische einen auf einem Lkw versteckten Sprengsatz gezündet hatten.
Der scheinbar aussichtslose Kampf gegen die Taliban – jetzt kommt raus: Die Bundeswehr muss ihn sogar gegen deutsche Waffen führen. Nach unseren Informationen stellt die internationalen Schutztruppe ISAF immer wieder Munition und Waffen aus hiesiger Produktion sicher. Neben Tschechien ist Deutschland das einzige EU-Land, aus dem seit 2009 Waffen in Afghanistan erbeutet wurden.
Obwohl überhaupt erst seit drei Jahren Datenbanken geführt werden, deckt die Liste, die das Verteidigungsministerium auf Anfrage des Bundestagsabgeordneten Jan van Aken herausgegeben hat, fast die gesamte Bandbreite tödlicher Waffen ab: Maschinengewehre, Pistolen und Mörser sind genauso dabei wie Repetierwaffen (vermutlich aus dem 2. Weltkrieg) und G3-Sturmgewehre der Marke Heckler & Koch, die bis 1995 zur Standardwaffe der Bundeswehr zählten.
Vor drei Jahren sorgte für Schlagzeilen, dass von den 10.000 – aus Deutschland zur Unterstützung afghanischer Polizisten – gelieferten Pistolen einige auf dem Kabuler Schwarzmarkt gelandet sein sollen. Der Weg der erbeuteten Waffen ist unklar. Denn: Laut Ministerium werden wichtige Informationen wie die Seriennummer nicht erfasst.
„Es wird deutlich, dass die deutsche Kontrolle nicht funktioniert. Wenn die Waffen einmal exportiert sind, werden sie in alle Kriege dieser Welt weitergereicht – bis dahin, dass heute deutsche Soldaten gegen deutsche Waffen kämpfen müssen“, sagt Rüstungsexperte van Aken.
Der Vize-Chef der Linken: „Länder mit vergleichbarer Rüstungsindustrie wie Frankreich und Großbritannien scheinen kein so großes Kontrollproblem zu haben, denn französische oder britische Waffen wurden nicht bei den Taliban gefunden.“

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